Nationalmannschaft

Die DFB-Elf will in Russland eine neue Geschichte schreiben

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

In 29 Tagen startet die Weltmeisterschaft in Russland und somit für die deutsche Nationalmannschaft die Mission Titelverteidigung. Bundestrainer Joachim Löw gibt dieses Ziel aus und sieht seine Mannschaft dafür gerüstet. Ob der Triumph von 2014 wiederholt werden kann hängt aber nicht nur von den Beinen, sondern auch vom Kopf ab. 

Die Bekanntgabe es vorläufigen WM-Kaders war noch nicht erfolgt im DFB-Fußballmuseum in Dortmund, da standen mit Berti Vogts und Torwarttrainer Andreas Köpke zwei ehemalige Weltmeister Rede und Antwort parat. Beide scheiterten in ihrer Karriere daran, den Titel mit der Nationalmannschaft zu verteidigen. „Wir hatten nach 1974 viele Rücktritte und deshalb verlief das Turnier 1978 so verkorkst“, erinnerte sich Vogts zurück.

Zwei Weltmeister blicken zurück

Dramatischer blieb das Aus in den USA 1994 in den Köpfen hängen. Vogts, damals Bundestrainer, bemängelte: „Wir hatten damals drei Gruppen in der Mannschaft: Die Weltmeister, Spieler aus der ehemaligen DDR und junge Spieler.“ Individuell sei das Team das wohl am besten besetzte bei dem Turnier gewesen, „doch wir waren keine Mannschaft.“ Köpke – damals Ersatzmann hinter Bodo Illgner – pflichtete ihm bei: „Wir haben uns auf unsere Topstars verlassen und keine Fokussierung auf das Turnier hinbekommen.“

Löw sucht die gesunde Mischung

Genau dieser Fehler soll in Russland nicht passieren. Im vorläufigen 27-Mann-Kader sind nur noch acht Weltmeister dabei, bei Mario Götze und Andre Schürrle machte Löw nach einer schwachen Saison keine Ausnahme. Das Team hat einen neuen Anstrich erhalten, der größte Teil der Mannschaft setzt sich aus den Siegern des Confed Cups vor einem Jahr zusammen. Damit soll, so Löw, „das Maximum erreicht werden! Wir wollen den Titel gewinnen.“ Endet somit ein 56 Jahre alter „Fluch“? Letztmals wurde der Titel 1962 von Brasilien in Chile verteidigt.

Neue Geschichte schreiben

Köpke mahnte daher: „Wir müssen über Grenzen gehen, denn wir sind die Gejagten!“ Dies gilt auch mental. Brasilien ist vorbei, das damalige Mannschaftsquartier Campo Bahia dürfe keine Rolle mehr in den Köpfen spielen: „Wir müssen eine neue Geschichte schreiben, die in Moskau beginnt.“ Im Luschniki-Stadion in der russischen Hauptstadt startet die Mission Titelverteidigung am 17. Juni gegen Mexiko (Sonntag, 17 Uhr).

Einige Fragen gilt es noch zu klären

Bis dahin wartet noch viel Arbeit auf den Bundestrainer. Im Trainingslager in Südtirol soll der Grundstein gelegt werden, doch noch gibt es Fragezeichen: Werden Manuel Neuer und Jerome Boateng bis zum Turnier tatsächlich fit? Welche vier Akteure müssen den Kader noch verlassen? Wer gewinnt das Duell in der Sturmspitze? Oder entscheidet sich Löw am Ende für Mario Gomez und Nils Petersen?

Mission soll erfolgreich in Moskau enden

Die Spieler müssen die Philosophie der Nationalmannschaft verinnerlichen, wie Löw betonte: „Es ist eine offensive Denkweise und es geht darum zu sehen, wer diese am besten umsetzen kann.“ Ehrgeiz, Motivation und die Willenskraft, sich auf das Turnier einzulassen und die letzten Kräfte nach einer langen und anstrengenden Saison zu mobilisieren, werden dabei zu einem entscheidenden Faktor im Sommer, der aus DFB-Sicht optimalerweise am 15. Juli um rund 19 Uhr MEZ mit dem erneuten Gewinn der Weltmeisterschaft in Moskau enden soll.

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