Bundesliga

DFB und DFL bekennen sich zu Verantwortung: Diskriminierung scharf verurteilt

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Die Spitzen des deutschen Fußballs haben sich zu ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bekannt und jede Form von Diskriminierung scharf verurteilt.

„Wo gegen Werte verstoßen wird, bedarf es ganz klarer öffentlicher Zeichen. Da wollen wir ein klares Bekenntnis. Dafür sorgen wir auch“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Sonntag in Frankfurt/Main bei einer Podiumsdiskussion der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“.

Ähnlich wie der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) äußerte sich der Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Der Fußball ist ein mächtiger Teil der Gesellschaft. Es ist klar, dass wir große Verantwortung tragen und mehr tun müssen als andere“, sagte Reinhard Rauball: „Respekt, Fairness und Chancengleichheit müssen gelebt werden.“

Rauball gestand allerdings ein, dass „wir nicht überall durchdringen“. „Wir können die Gesellschaft nicht in dem Maß ändern, wie wir es gerne machen würden“, äußerte der 72-Jährige: „So bildet sich Rechtsradikalismus im Stadion eben auch in dem Maß ab, wie er sich bei Wahlen in Prozenten abbildet.“ In diesem Zusammenhang forderte Rauball erneut die Aufnahme des Sports ins Grundgesetz. „So würde man die Legitimation haben, die die Gesellschaft dem Sport gibt.“

Eine grundlegende Positionierung der DFL zur rechtspopulistischen AfD lehnte SPD-Mitglied Rauball ab. „Das ist die Sache eines jeden Vereins“, sagte der Präsident von Borussia Dortmund. Der Jurist zweifelt allerdings an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Chefetage von Eintracht Frankfurt, die keine AfD-Mitglieder im Klub haben möchte: „Ich weiß nicht, ob das einmal vor Gericht gehen wird – und man verliert nur sehr ungern vor Gericht.“

Grindel und Rauball forderten zudem die Medien auf, gesellschaftliche Themen rund um den Fußball stärker aufzugreifen. „In allen Bereichen wird vom DFB viel getan, ohne dass die Öffentlichkeit viel davon mitbekommt“, sagte Grindel: „Wenn Erregungswellen übers Land ziehen wie wochenlang rund um die WM in Russland, dann interessiert die Frage, was wir gesellschaftspolitisch gemacht haben, niemanden mehr.“ Rauball appellierte „an die Journalisten, ihre Schwerpunkte zu überdenken“.

Beim Bundesliga-Rückrundenauftakt am kommenden Wochenende wird zum insgesamt 15. Mal ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung gesetzt. Unter dem Motto „!Nie wieder“ wird mit zahlreichen Aktionen in den Stadien sowie bei Partien der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga an die Opfer des Holocausts erinnert. Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 findet seit 15 Jahren der Erinnerungstag des deutschen Fußballs statt.

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