Bundesliga

Deshalb könnte ein Jovic-Transfer zu Real Madrid passen

on

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Luka Jovic hat bei Eintracht Frankfurt die Aufmerksamkeit größerer Vereine auf sich gezogen. Neben dem FC Barcelona soll vor allem Real Madrid den Serben ins Visier genommen haben. Doch wäre ein solcher Schritt nicht zu früh? Eine Analyse.

Sobald der Ball in den Strafraum kommt und auf dem Fuß oder Kopf von Luka Jovic landet, reißt Mitspieler Ante Rebic im vollsten Vertrauen zumeist schon die Hände zum Jubeln hoch. Eiskalt, beifüßig, antrittsschnell: Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner haben im Sommer 2017 mit der Scoutingabteilung rund um Ben Manga ein Juwel von der zweiten Mannschaft von Benfica Lissabon an Land gezogen. Noch wurde der Serbe von Eintracht Frankfurt zwar nicht fest verpflichtet, die Kaufoption soll aber bei rund sechs bis acht Millionen Euro liegen und in den kommenden Wochen gezogen werden.

Eintracht kann mit Jovic die Transferbilanz verbessern

Bereits im Juli 2017 forderte Bobic: “Wir wollen unsere Transferbilanz verbessern. Dabei versuchen wir, Spieler zum Beispiel für fünf, sechs oder sieben Millionen Euro zu verpflichten, die wir nach einiger Zeit für 30, 35 oder 40 Millionen Euro verkaufen können.“ Bei Jovic kann genau diese Zielsetzung erreicht werden, der 21-Jährige hat seinen Marktwert innerhalb von 20 Monaten vervielfacht und zählt in der Altersklasse zu den begehrtesten Angreifern auf dem europäischen Markt. Real Madrid soll bereits 45 Millionen Euro geboten, der FC Barcelona Einigung mit dessen Berater erzielt haben.

Was fehlt Jovic?

Mitspieler Sebastien Haller schwärmte zuletzt in einem Interview mit dem kicker und antwortete auf die Frage, wer denn der stärkste Stürmer des Klubs sei: „Luka. Er bringt alles mit, ist schnell, robust, technisch versiert und ein super Vollstrecker.“ Allerdings legte der Franzose auch den Finger in die Wunde: „Was ihm vielleicht noch fehlt, um absolute Weltspitze zu sein: Er muss eine Top-Mentalität an den Tag legen. Aber er ist noch jung und wird weiter dazulernen.“

Alle 94 Minuten ein Tor

Es sind in manchen Partien diese letzten fünf bis zehn Prozent, die Jovic in den entscheidenden Situationen fehlen. Dann taucht er in der Spitze ab, nimmt nicht am Spiel teil und schaltet sich nicht ins Pressing ein. Doch insgesamt können die Schritte, die der Stürmer gegangen ist, als Meilensteinen bezeichnet werden. Er nimmt Dinge rasant auf, setzt sie schnell um und versucht, sich immer weiter zu verbessern. Alle 94 Minuten wackelte in der Bundesliga bislang das Netz, gegen Fortuna Düsseldorf stellte er beim 7:1-Heimsieg mit einem Fünferpack einen Rekord auf. Auch in der Europa League zeigte er mit insgsamt fünf Toren seine Qualität.

Trapps Ratschlag

Torhüter Kevin Trapp, der mit Weltklassestürmern wie Zlatan Ibrahimovic, Edison Cavani, Kylian Mbappe oder Neymar zusammenspielen durfte, riet Jovic bei einer Presserunde in Anwesenheit von fussball.news: „Wenn er zu diesen Vereinen wechseln will, dann muss er so weiter treffen.“ Es sei für ihn und für die gesamte Mannschaft wichtig, „dass er weiterhin so performt“. Sollte nach der Spielzeit ein Angebot in der gewünschten Größenordnung kommen, „dann hat das Luka sicherlich verdient“.

Real Madrids Strategie

Jovic könnte in die Strategie von Real passen. Hinter Karim Benzema, den Präsident Florentino Perez gegenüber France Football als „besten Stürmer der Welt“ benennt, bauen die Königlichen Schritt für Schritt eine neue Sturmreihe mit großen Talenten auf: „Wir holen auf jeden Fall junge Spieler, die zu den Stars der Zukunft werden sollen – so wie Vinicius oder Rodrygo.“ Jovic passt also exakt in das Beuteschema Madrids, als Backup von Benzema könnte er über zwei bis drei Spielzeiten heranreifen, schon Einsätze sammeln und sich ohne Druck in der Primera Division auf höchstem Niveau entwickeln.

About Christopher Michel

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.