2. Bundesliga

Der HSV zeigt Haltung: Wie der Fall Jatta die Rothosen zusammenschweißt

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Von fussball.news-Reporter Daniel Jovanov

An dieses Spiel werden sich die Fans des Hamburger SV noch lange Zeit zurückerinnern. Nicht weil es besonders spektakulär oder von großer sportlicher Bedeutung war, sondern vor allem von großer symbolischer Bedeutung: Mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand gegen Hannover 96 hat Bakery Jatta kein gewöhnliches Tor erzielt – es war ein Volltreffer gegen all diejenigen, die die Debatte um seine bislang ungeklärte Identität politisch missbraucht haben. Nach seinem Tor rannte der gambische Flügelstürmer sofort zu Trainer Dieter Hecking, bei dem er sich für den ununterbrochenen Rückhalt bedanken wollte, und verschwand in einem Pulk gelöster Hamburger, von Mitspielern bis hin zu Betreuern und Physios, die Jatta dieses Tor vom Herzen gegönnt haben. Auch das Publikum reagierte auf seine Weise und feierte nach Schlusspfiff vielmehr den großen Zusammenhalt als weitere drei Punkte im Aufstiegsrennen. Manchmal ist Fußball eben doch viel mehr als nur Sport, wie dieser Fall eindrucksvoll gezeigt hat. Der HSV wiederum hat erstmals seit langer Zeit während der gesamten Debatte Haltung gezeigt und geht als großer Gewinner aus dieser Geschichte, die in Kürze abgeschlossen sein dürfte. Denn das Bezirksamt Hamburg-Mitte teilte heute mit, dass die Anhörung „die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben“ nicht bestätigt haben.

DFB-Verhandlung steht noch aus

Offen bleibt nur noch die Verhandlung beim Sportgericht des DFB. Der 1. FC Nürnberg hat einen Zeugen benannt, der belegen soll, dass es sich bei Jatta und dem verschwundenen Bakary Daffeh um die selbe Person handeln soll. Neben Nürnberg legten auch der VfL Bochum und der Karlsruher SC Protest gegen die Spielwertung im Spiel gegen den HSV ein. Ob sie ihren Einspruch nach der Mitteilung des Bezirksamtes zurückziehen werden, ist derzeit noch unklar.

About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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