Borussia Dortmund

Der 2. Anzug passt gerade so: Die BVB-Rotationsspieler in der Einzelkritik

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Borussia Dortmund hat sich mit Ach und Krach dank eines Treffers von Marco Reus in der Nachspielzeit der Verlängerung in die nächste Runde des DFB-Pokals gekämpft. Was wie die Wiederholung des Erstrunden-Spiels bei Greuther Fürth klingt, trifft auch auf die Partie des BVB gegen Union Berlin am Mittwochabend zu.

Trainer Lucien Favre hätte sich sicherlich den Vorwurf anhören müssen, er habe zu viele Veränderungen an seinem Team vorgenommen, wäre der BVB ausgeschieden. Sieben Wechsel nahm der Schweizer im Vergleich zum 2:2 in der Bundesliga gegen Hertha BSC vor. Zwingend für mehr Spielanteile aufgedrängt haben sich davon die wenigsten. fussball.news nimmt die Rotationsspieler unter die Lupe.

Marwin Hitz

Der Ersatztorwart kam zu seinem Debüt für die Borussen. Er erlebte einen Abend mit gemischten Gefühlen. Glanzparaden gegen Christopher Lenz (24.) und Simon Hedlund (96.) zeigten seine Qualitäten im klassischen Torhüter-Spiel. In der Spieleröffnung offenbarte Hitz allerdings erhebliche Schwächen, gerade im Vergleich zu Stammkeeper Roman Bürki. Der Schweizer leitete das 2:2 durch Sebastian Polter (88.) durch einen schwachen Abwurf ein. Auch beim ersten Treffer des Jokers (63.) sah er nicht gut aus, ließ sich auf dem falschen Fuß erwischen.

Ömer Toprak

Der Innenverteidiger ersetze den verletzen Lukasz Piszczek in der Startelf, was Umbauarbeiten auf beiden Außenbahnen mit sich brachte. Achraf Hakimi rückte nach rechts, Abdou Diallo auf die linke Seite. Toprak war sein Mangel an Spielpraxis deutlich anzumerken. Er fand selten den richtigen Abstand zum Gegenspieler und wählte zu häufig die falsche Passschärfe. So brachte er seine Kollegen immer wieder in Bedrängnis. Der Türke muss schnell in Form kommen, da die Alternativen verletzt fehlen. Besonders jetzt, da sich Diallo auch selbst mit Problemen an der Leiste abzumelden droht.

Julian Weigl

Der Mittelfeldmann durfte als Kapitän auflaufen und machte seine Sache weitgehend ordentlich. Wie üblich brachte Weigl beinahe sämtliche Anspiele an den Mann und half Dortmund so, das Spielgeschehen über weite Strecken zu diktieren. Allerdings hatte auch der 23-Jährige selten Ideen, wie daraus Torchancen zu kreieren wären. Gut seine Verlagerung auf Mahmoud Dahoud vor dem 1:0 durch Christian Pulisic (40.). Beim 2:2 achtete er allerdings zu sehr auf den Ball und ließ Polter in seinem Rücken frei.

Christian Pulisic

Kam als einziger Quasi-Stammspieler in der Offensive von Beginn an zum Einsatz und trug entsprechend große Verantwortung. Mit einem Tor, einer Vorlage und dem Herausholen des entscheidenden Strafstoßes für Reus (120. +1) war Pulisic so etwas wie der Matchwinner. Allerdings rannte er sich mit Dribblings häufig fest und verpasste den richtigen Abspielzeitpunkt. Die Schuld liegt nicht alleine am 20-Jährigen: Die Offensivabteilung war alles andere als eingespielt.

Shinji Kagawa

Bei seinem ersten Einsatz seit dem 26. September blieb der Japaner weitgehend blass. Favre dürfte sich von Kagawa auf der Zehner-Position Ideen und Struktur im Angriffsspiel versprochen haben. Mit Ausnahme seines Kopfballs vor dem 1:0 (Pulisic traf im Nachsetzen) beschwor der 29-Jährige keine große Gefahr herauf. Er hat es dieser Tage schwer, in den 18-Mann-Kader zu kommen. Das wird sich nach dem Pokalspiel gegen Union kaum geändert haben.

Marius Wolf

Bei seinem Comeback nach Muskelfaserriss fehlte dem Neuzugang über 90 Minuten jede Bindung ans Spiel. Das zeigt auch eine Passquote von 69 Prozent, klar der schwächste Wert des Teams. Der 23-Jährige war zum Saisonstart überraschend Stammspieler. Inzwischen haben ihm Konkurrenten wie Jacob Bruun Larsen und Jadon Sancho längst den Rang abgelaufen. Wolf genießt ob seiner Arbeitseinstellung hohe Wertschätzung, kann dies bislang aber nicht in Leistungen ummünzen. Er dürfte es in den kommenden Wochen schwer haben.

Maximilian Philipp

Neben Pulisic von den Neuen am nächsten an der Startelf, zeigte der Angreifer eine engagierte Leistung in der ungeliebten Position in der Sturmmitte. Der 24-Jährige musste kräftig einstecken, nahm den Kampf aber an. Eine Zweikampfquote von 78 Prozent spricht klar für den gebürtigen Berliner. Philipp erzielte zudem dank seiner herausragenden Schusstechnik den sehenswerten Treffer zum 2:1, forderte von Torwart Rafal Gikiewicz mehrere gute Paraden. Sein persönlicher Aufwärtstrend hält an.

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2 Comments

  1. Oliver Gpunkt

    01.11.2018 at 00:21

    Wäre Wolf mal besser geblieben wo er war… aber jeder so wie er es verdient hat.

  2. Derwaechter

    01.11.2018 at 00:23

    Kagawa hat mir beim Aufbau zu dem 2:1 auch gut gefallen. War somit an den beiden Toren beteiligt. Ansonsten hat man ihm die fehlende Spielpraxis auch angemerkt. Das ist klar .

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