Borussia Dortmund

Debatte um Mentalität: Streich „muss Reus hundertprozentig zustimmen“

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Indem er sich verbal in einem Interview Luft gemacht hat, hat Marco Reus nach dem 2:2 von Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt eine Debatte um das Thema Mentalität ausgelöst. Die meisten Protagonisten innerhalb der Bundesliga sind sich einig, dass es so etwas wie ein Totschlagargument ist. Auch Christian Streich stellt sich hinter den BVB-Kapitän.

„Wenn einer in der 93. Minute irgendwo steht und auf die Kiste haut, und der Ball wird noch ein bisschen abgefälscht, dann ist wahrscheinlich die zweite Frage im Interview: ‚Woher haben Sie diese Mentalität?'“, zitiert die Bild-Zeitung den Chefcoach der Breisgauer. „Es gab aber keine Mentalität.“ Es habe in seinem Szenario schlichtweg ein Spieler einen Torschuss abgesetzt, der mit Glück den Weg ins Tor fand. Ohne die Abfälschung wäre der Akteur genauso mental stark oder schwach gewesen wie mit ihr. „Das hat Marco gemeint“, ist Streich sicher. „Und da muss ich ihm hundertprozentig zustimmen.“

Beim BVB spielen in guten Zeiten „Mentalitätsmonster“

Der Nationalspieler hatte drastische Worte gewählt, sprach von „Mentalitätsscheiße“, mit der die Reporter des TV-Senders Sky ihm „auf den Sack“ gegangen seien. Ganz unschuldig scheint der Profifußball an einer Reduzierung auf das Schlagwort Mentalität freilich nicht. Schließlich nutzen Protagonisten das Wort häufig selbst, allerdings im Erfolgsfall. Bei einem Überraschungssieg schlug schon oft Mentalität Qualität, gerade Borussia Dortmund hatte über die Jahre viele vermeintliche „Mentalitätsmonster“ in den eigenen Reihen, wie Jürgen Klopp zu sagen pflegte.

„Immer, wenn irgendetwas nicht funktioniert“

Die genervte Reaktion dürfte also weniger auf die Reduzierung an sich bezogen gewesen sein. Sondern auf das nicht zufriedenstellende Ergebnis bei der Eintracht. Dennoch hat Streich großes Verständnis für Reus. „Immer, wenn irgendetwas nicht funktioniert, heißt es: ‚Ihr habt keine Mentalität gehabt.'“ Dabei gehen die Defizite des BVB gerade auf fremdem Platz seit Monaten deutlich tiefer. Streich könnte davon mit dem SC Freiburg kommende Woche im Duell im Schwarzwald profitieren.

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