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Das SID-Kalenderblatt am 4. April 2020: „Professor“ Cramer wird geboren

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Als Dettmar Cramer am 4. April 1925 in Dortmund geboren wird, sind die Voraussetzungen für eine Fußball-Karriere denkbar schlecht. Am Horizont zieht bereits die deutsche Katastrophe herauf, die auch ihn seiner Jugend berauben wird. Doch schon im Krieg, in den Cramer als Fallschirmjäger muss, bietet der Fußball ein Stück Hoffnung: Reichstrainer Sepp Herberger schickt dem talentierten Cramer regelmäßig Briefe – oft mit einer Tafel Schokolade dabei.

Ein Länderspiel wird Cramer trotz Herbergers Fürsprache nie bestreiten, dafür startet er als Trainer durch. Seine erfolgreichste Zeit erlebt er zweifellos beim FC Bayern, mit dem er zweimal den Europacup der Landesmeister und 1976 auch den Weltpokal holt. Als Nationaltrainer zieht es ihn nach Ägypten, Saudi-Arabien, Malaysia, Thailand und in die USA.

Für Fußball-Deutschland war der nur 1,61 m große Cramer da längst „Napoleon“ – nach einem berühmt gewordenen Foto im Münchner Olympiastadion. Der frühere Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker nannte ihn gar „der kloane Furz“. Die meisten seiner vielen Weggefährten nannten Cramer – wie etwa Franz Beckenbauer – aber bis zuletzt respektvoll den „Professor“.

In Deutschland arbeitet Cramer zudem bei Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und eine Woche bei Hertha BSC Berlin, in 90 Ländern lehrt er Fußball. Das bringt ihm zwei Ehrenprofessuren ein, von den Mohikanern und Sioux wurde er ehrenhalber zum Häuptling ernannt. Den vielleicht größten Respekt genießt er in Japan, wo er als Vater des modernen Fußballs gilt.

Bis ins hohe Alter bleibt Cramer ein gefragter Experte. Am 17. September 2015 stirbt er in Reit im Winkl – im stolzen Alter von 90 Jahren.

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