Bundesliga

Das erwartet die Eintracht in Stuttgart

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Am Freitag (20.30  Uhr) eröffnet Eintracht Frankfurt den Spieltag beim VfB Stuttgart. Die Rollen sind klar verteilt – auf dem Papier zumindest. Doch die Hessen sollten gewarnt sein.

52mal reiste Eintracht Frankfurt in der Bundesligageschichte nach Stuttgart. Die Bilanz fiel dürftig aus: Jeweils zehn Siegen und Unentschieden stehen 32 Niederlagen gegenüber. Generell hat der VfB in diesen Duellen einen Vorteil: In insgesamt 103 Partien siegten die Schwaben 47mal, die Hessen hingegen nur 37mal. Vor allem seit der Jahrtausendwende sind die Stuttgarter ein Angstgegner geworden: Die Hessen konnten sechsmal gewinnen, der VfB ganze 15mal, viermal trennten sich die Teams Remis.

Bremst der VfB die Geschwindigkeit der Eintracht?

Der 1. FC Nürnberg hat es am vergangenen Sonntag beim 1:1 vorgemacht, wie die Eintracht gebremst werden kann. Sobald das Team von Trainer Adi Hütter das Spiel übernehmen und gegen einen tiefstehenden Gegner anrennen muss, tauchen Probleme auf. Dann fehlt die nötige Kreativität im Mittelfeld und die Frankfurter können ihre Tempovorteile nicht ausspielen. Vor allem Mijat Gacinovic bekommt dann Probleme, wenn ihm der nötige Raum für Vorstöße mit hoher Geschwindigkeit fehlt.

System mit langen Bällen funktioniert nur mit Haller

Die Folge: Das Mittelfeld wird mit langen Bällen überbrückt – und dann bekommt die Eintracht keinen Zugriff, wenn Sebastien Haller auf der Bank sitzt. Der Franzose ist in genau diesen Duellen der Wandspieler, während Ante Rebic und Luka Jovic vor allem dann ihre Stärken ausspielen können, wenn die Räume zum Kontern oder für schnelle Gegenstöße vorhanden sind. Gegen Nürnberg kam das Sturmduo daher nur selten in die gefährliche Zone. Es war kein Zufall, dass ausgerechnet der spät eingewechselte Haller für neuen Schwung und den späten Ausgleichstreffer sorgte.

Hübner erwartet vorsichtigere Gegner

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Gegner vorsichtiger spielen gegen uns“, vermutete Sportdirektor Bruno Hübner bereits bei Bild. Die Serie mit fünf Siegen hat die Alarmglocken bei Konkurrenz klingeln lassen, die Wucht der Offensivabteilung ist bestens bekannt. Haller, Jovic und Rebic waren bislang an allen 20 Bundesligatoren der Eintracht beteiligt. Vor allem Mannschaften, die sich im unteren Bereich der Tabelle bewegen, werden auf Verteidigungsmodus umschalten.

Der VfB ist Außenseiter – tatsächlich?

Allerdings wird sich der VfB mit dieser Rolle deutlich schwerer tun als Nürnberg. Die Franken galten alleine durch ihre Rolle als Aufsteiger als Außenseiter im Duell gegen die Eintracht. Bei den Stuttgartern ist die Lage eine andere: Der Kader wurde im Sommer massiv verstärkt, rund 35 Millionen Euro gab der Klub aus und hielt Weltmeister Benjamin Pavard. Nach einer starken Rückrunde, in der die Stuttgarter zweitstärkste Mannschaft waren und noch den siebten Platz belegten, stiegen die Erwartungen.

Bei Stuttgart passt wenig zusammen

Inzwischen hat Markus Weinzierl, der mit zwei 0:4-Niederlagen gegen Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim gestartet ist, Tayfun Korkut abgelöst. Aktuell befinden sich die Stuttgarter zusammen mit Fortuna Düsseldorf auf dem letzten Tabellenplatz. Die Mischung ist hochexplosiv: Die Abwehr wackelt, der Sturm vergibt zu viele Chancen (von 38 Möglichkeiten fand nur sechs den Weg ins Tor), im Mittelfeld passieren leichte Fehler – und am Ende lassen sich die Routiniers wie Christian Gentner, Mario Gomez oder Holger Badstuber von der allgemeinen Unruhe anstecken.

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