Borussia Mönchengladbach

„Das bin ich einfach nicht“: Warum es Herrmann nie aus Gladbach wegzog

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Patrick Herrmann ist bei Borussia Mönchengladbach so etwas wie eine Institution. Mit seinen 28 Jahren hat der Mittelfeldmann die komplette bisherige Profikarriere bei den Fohlen verbracht. Er gehört zu einer aussterbenden Art von Spielern, die sich vollständig mit ihrem Klub identifizieren.

„Natürlich ist es toll, andere Länder und andere Kulturen kennenzulernen“, sagt er gegenüber dem Sportbuzzer. „Für mich wäre das aber der falsche Weg, das bin ich einfach nicht. Hier, bei Borussia, bin ich der glücklichste Mensch der Welt.“ An Angeboten hat es in der Vergangenheit nicht gemangelt. Vor allem nicht zu Zeiten, in denen sich der Saarländer bis ins Nationalteam spielte. 2015 absolvierte er zwei Partien unter Bundestrainer Jogi Löw. Anschließend brachten in erster Linie Verletzungen die Karriere bisweilen ins Stocken. Für seinen Klub ist Herrmann aber stets extrem wichtig geblieben.

Winter-Wechsel stand im Raum

„Meine bisherigen elf Jahre bei Borussia sind ziemlich deckungsgleich mit der Entwicklung, die der Verein genommen hat“, so der Flügelspieler. „Ich habe das Glück, die neue Zeit mitzugestalten, in der es wieder steil bergauf geht. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“ Dabei sah noch vor etwa einem Jahr viel nach einer Trennung aus. Der damalige Chefcoach Dieter Hecking hatte dem Urgestein mitgeteilt, dass ein Vereinswechsel womöglich in seinem Interesse sei. „Obwohl sich meine Gedanken im Grunde schon seit dem Sommer 2018 immer wieder um dieses Thema drehten, wollte ich nicht wahrhaben, dass es zu Ende gehen würde“, berichtet Herrmann.

„Schlüsselerlebnis“ in Dortmund

Zwischenzeitlich deutete viel auf einen Wechsel zum VfB Stuttgart, jedoch entschied sich der 28-Jährige für den Verbleib. Ein „Schlüsselerlebnis“ sei dabei der überwältigende Zuspruch der Fans nach dem letzten Hinrundenspiel bei Borussia Dortmund gewesen. „Das hat mich so gerührt, dass ich mir gesagt habe: ‚Wenn du im Sommer gehen musst, okay. Aber du gehst keinen Tag früher! Und bis zum Schluss gibst du alles für Borussia!'“ Der Schritt zahlte sich aus, aktuell ist Herrmann unter Marco Rose wieder eine feste Größe in Nähe der A-Elf.

„Mit einer Bratwurst in der Fankurve“

So deutet sich auch für die Zukunft kein Abgang mehr an. Der aktuelle Vertrag bindet Herrmann bis zum Alter von 31 an Borussia Mönchengladbach. Dort sieht er sich auch nach der Karriere. „Ich kann mir gut vorstellen, später mit einer Bratwurst im Borussia-Park in der Fankurve zu stehen und unsere Mannschaft anzufeuern“, so der Saarländer. Aber auch ein Engagement im Klub sei denkbar. „Vielleicht im Jugendbereich oder in der Geschäftsstelle.“ Freilich ist es ein Thema für die ferne Zukunft. Denn Herrmann denkt noch lange nicht ans Karriereende.

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