2. Bundesliga

Darmstadt – Kiel: Duell um die Relegation

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Holstein Kiel will unbedingt die Relegation erreichen, der SV Darmstadt 98 möglichst viel Abstand von ihr gewinnen. Während die Kieler Platz drei anpeilen, zieht die Konkurrenz die „Lilien“ immer weiter in den Abstiegskampf. Im direkten Aufeinandertreffen am Samstag (13 Uhr) wollen beide Mannschaften ihre Niederlagen vom vergangenen Spieltag vergessen machen.

Nach der Trennung von Dirk Schuster blieb für Darmstadt 98 im ersten Spiel nach dessen Amtzeit der erhoffte Trainereffekt aus. Unter Neu-Coach Dimitrios Grammozis hatten die „Lilien“ am vergangenen Spieltag mit 0:1 gegen Arminia Bielefeld verloren und einmal mehr eine dürftige Leistung gezeigt. Mit 26 Punkten nach 24 Spieltagen sieht es immer düsterer für die Hessen aus, die nur noch sechs Punkte von Tabellenplatz 16 trennen.

Kiel die Spielfreude nehmen

Mut macht allein die Darmstädter Heimstärke, 20 ihrer 26 Punkten haben sie zu Hause geholt. Im letzten Heimspiel gewannen die „Lilien“ mit 2:0 gegen Dynamo Dresden. Der kommende Kontrahent aus Kiel stellt jedoch eine erwartungsgemäß schwierige Aufgabe dar. „Kiel ist die Spielfreude anzumerken. Unsere Hauptaufgabe wird es sein, ihnen diese zu nehmen“, zurrte Trainer Grammozis die Marschroute für die Begegnung fest. Der 40-Jährige sieht seine Mannschaft als gewappnet an: „Mit unserer Art, unserer Zweikampfstärke, dem Fight und unserer Kampfzone werden wir Bälle gewinnen und Platz zum Kontern finden.“

Darmstadt kann auf Insider-Wissen setzen

Ein weiterer Trumpf könnte die Kieler Vergangenheit von Rechtsverteidiger Patrick Herrmann sein. Der 30-Jährige spielte siebeneinhalb Jahre für die „Störche“, absolvierte noch die Hinrunde unter Kiel-Coach Tim Walter. Auf dieses Wissen möchte Grammozis zurückgreifen: „Ich wäre dumm, wenn ich mir da keine Tipps holen würde.“ Den Journalisten erzählte Herrmann: „Kiel spielt einen sehr mutigen und auch riskanten Fußball. Sie wollen immer den Ball, spielen auch attraktiv, aber dort liegt auch eine Chance für uns.“ Hinter seinem Einsatz am Samstag steht noch ein Fragezeichen, definitiv ausfallen werden Christoph Moritz und Felix Platte.

Kiel will Dämpfer überwinden

Während Darmstadts längste Ungeschlagen-Serie in der laufenden Saison drei Spiele andauerte, konnte Holstein Kiel bis zum vergangenen Wochenende sechs Spiele am Stück ohne Niederlage bleiben. Das 0:2 gegen Union Berlin hatte diesem Lauf ein Ende gesetzt und den „Störchen“ fünf Punkte Abstand auf Platz drei beschert. Das erste Mal seit September war der Tabellenfünfte ohne eigenes Tor geblieben, damals auch gegen die Hauptstädter. Nun gilt es, eine neue Serie zu beginnen, denn eine weitere Niederlage könnte einen unüberwindlichen Punkteberg zur Relegation aufbauen.

Walter rechnet mit langen Bällen Darmstadts

„Der Gegner hat einen neuen Trainer und wird mehr Fußball spielen. Aber es ist schwierig, in der Kürze der Zeit eine eigene Philosophie reinzubringen. Von daher dürfte Darmstadt auf altbewährte Dinge zurückgreifen, sprich mit langen Bällen agieren“, prognostizierte Kiels Trainer Walter die Spielweise des kommenden Gegners. Sein erfahrener Linksverteidiger Johannes Van den Bergh will sich in keiner Weise irritieren lassen: „Wir müssen auf uns schauen und haben im Spiel mehrere taktische Möglichkeiten. Dass uns mit Patrick Herrmann ein Spieler gut kennt, ist kein Nachteil für uns. Wir sind gut vorbereitet.“ Mit sieben Auswärtsspielen ohne Niederlage lässt sich so etwas mit breiter Brust sagen. Gegen die „Lilien“ hat Trainer Walter zahlreiche personelle Optionen, einzig der Einsatz von Masaya Okugawa ist noch unsicher.

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