Bundesliga

„Da wirst du wahnsinnig“: Klose kritisiert Bequemlichkeit von Talenten

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Miroslav Klose geht seine Trainerlaufbahn gewissenhaft an. Seit 2018 ist er für die U17 des FC Bayern zuständig und wehrte sich vor der laufenden Saison erfolgreich gegen den ‚Aufstieg‘ in die U19. Seine deutliche Kritik an Talenten im deutschen Fußball hat also durchaus Gewicht.

„Die Jungs sind leider oft zu bequem. Sie wollen nur schönes Training, sie wollen sich nicht immer quälen, nicht hart arbeiten“, so der Ex-Nationalspieler gegenüber Sport Bild. Alleine mit Begabung komme aber kein Spieler in den Profibereich, warnt der 41-Jährige. „Wille und richtige Einstellung sind alles entscheidend“, sagt Klose. „Manchmal siehst du, wie viel Talent da wäre, da wirst du wahnsinnig.“ Aus dem früheren Torjäger spricht womöglich auch der eigene Lebenslauf. Klose entstammte keiner Klub-Akademie. Erst mit 21 Jahren wechselte er zum 1.FC Kaiserslautern, spielte da aber zunächst noch für die Amateur-Mannschaft.

„Irgendwas an die Füße binden“

Seine Kritik richtet sich heuer nicht nur an die Talente selbst, sondern auch an deren Eltern, aber auch Klubs und Verbände. „Spieler künstlich in Teams zu pushen und immer schneller in die nächste Auswahl zu befördern, das bringt uns nicht weiter“, ist Klose überzeugt. Zu schnell herrsche Zufriedenheit bei den Nachwuchskickern, etwa wenn sie mal beim Training der Profi-Mannschaft dabei sein dürfen. „Wir müssen den Jungs irgendetwas an die Füße binden, damit sie auf dem Boden bleiben“, so Klose. Den Talenten sei zu oft nicht bewusst, dass sie sich für eine spätere Profikarriere „im Hier und Jetzt den Hintern aufreißen müssen“.

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