Bayer 04 Leverkusen

Da Costa und Kohr bei Eintracht im „Teufelskreis“

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Der eine kam im vergangenen Sommer für fast zehn Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Eintracht Frankfurt, der andere ist mit den Hessen 2018 DFB-Pokalsieger geworden. Dominik Kohr und Danny da Costa haben es derzeit unter Trainer Adi Hütter schwer und stecken in einem Teufelskreis.

Dominik Kohr kam im vergangenen Sommer als einer der Königstransfers an den Main. Als gestandener Bundesligaspieler sollte der 26-Jährige das Mittelfeld von Eintracht Frankfurt auf ein anderes Level heben. Doch in seinen 29 Einsätzen in der laufenden Saison konnte Kohr die Ansprüche an ihn noch nicht erfüllen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass er nicht dauerhaft das Vertrauen von Trainer Adi Hütter genießt. Kein einziges Mal durfte der ehemalige Leverkusener zwei Spiele in Folge über die volle Distanz absolvieren. Insgesamt waren es nur deren sieben. Die Folge: Der Sechser sucht Form und Selbstvertrauen, grübelt über die eigene Leistung und sieht sich stets in der Rolle sich beweisen zu müssen.

Gegenbeispiel Djibril Sow

Im Gegensatz dazu genoss sein Teamkollege Djibril Sow trotz schwankender Leistung in der Hinserie das bedingungslose Vertrauen Hütters. Zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember durfte der Schweizer in der Bundesliga und Europa League in zehn Spielen in Folge über die volle Distanz ran. Einzig im Pokal beim FC St. Pauli saß der 23-Jährige in der damaligen Phase auf der Bank. Kohr hingegen war nach guten Spielen wie in der Rückserie gegen den FC Augsburg in der Woche danach wieder nur Ersatz. So sucht der ehemalige Augsburger seine Form vergebens und kann diese wie nach dem Augsburg-Spiel auch nicht konservieren. Beim 0:4 bei Bayer Leverkusen präsentierte er sich erneut verunsichert und wurde in der zweiten Halbzeit bereits früh ausgewechselt.

Auch da Costa im Teufelskreis

Ähnlich wie Kohr ergeht es auch Danny da Costa. Der Rechtsverteidiger absolvierte die letzten zwei Spiele in Serie über die volle Distanz Anfang Dezember. In der Rückserie stand der 26-Jährige gerade einmal 138 Minuten für die Eintracht auf dem Platz. In den wenigen Kurzeinsätzen war ihm die Verunsicherung anzusehen. Zudem fand sich der ehemalige Leverkusener dann meist auch noch auf der ungeliebten Position als Rechtsaußen wieder. Auf der Rechtsverteidigerposition hat ihm Almamy Toure derzeit den Rang abgelaufen. Dass der bei Bayer Leverkusen einen rabenschwarzen Tag erwischte, während da Costa bei seinem Ex-Verein 90 Minuten auf der Bank saß, könnte da Costa nun allerdings zugute kommen. Gut möglich, dass Toure in der Europa League am Donnerstag gegen den FC Basel seinen Platz in der Viererkette verliert.

Frankfurts Trainer äußert sich

Hütter allerdings reagierte auf die Nachfrage nach der 0:4-Pleite, ob er nicht lieber da Costa hätte spielen lassen sollen, genervt und machte widersprüchliche Aussagen: „Ich weiß schon, warum ich wann wen aufstelle. Wir können nicht immer nur die technisch starken Spieler auf den Platz bringen. Dann hätte es vielleicht geheißen, wir hätten nur die Kämpfer auf dem Platz.“ Zu welcher Gruppe nun da Costa und Toure jeweils gehören, ließ der Österreicher offen. So oder so befinden sich Kohr und da Costa derzeit in einem Teufelskreis. Beide genießen nicht das beständige Vertrauen des Trainers und können in ihren Einsätzen wegen mangelndem Selbstvertrauen kaum glänzen. Bleibt für die Eintracht zu hoffen, dass die beiden diesen Teufelskreis bald durchbrechen.

About Benjamin Heinrich

Benjamin Heinrich, Jahrgang 1990, ist Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und zählt seit der Saison 2019/20 zum Autorenteam von fussball.news.

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