Bundesliga

Da Costa: Der „Außenminister“ mit dem vollen Tank

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Danny da Costa ist der „Immerspieler“ der Frankfurter Eintracht. Doch der Rechtsverteidiger, der noch keine Pflichtspielminute verpasste und auch in der Europa League am Donnerstag (21 Uhr) gegen Apollon Limassol auflaufen wird, gibt auch außerhalb des Spielfeldes eine gute Figur ab. Manch einer erkennt in ihm den „Außenminister“, derjenige also, der die Stimmung in der Kabine nach draußen transportiert.

Danny da Costa hat in seinen rund 16 Monaten bei der Eintracht schon einiges erlebt, vor allem den Sieg im DFB-Pokal-Endspiel gegen den FC Bayern München (3:1). Doch die Feiertage für die Fans der Hessen, die Partien in der Europa League mit großartigen Choreographien zelebrieren, sind auch für den Rechtsverteidiger etwas Spezielles. Ihn trieb die Stimmung in der Partie vor ausverkauftem Haus in der Arena gegen Lazio Rom (4:1) förmlich nach vorne, er erzielte einen Doppelpack. „Viele Spieler haben nach dem Spiel gegen Rom gesagt, dass es die beste Stimmung war, die sie je erlebt haben. Auch für mich war es nach dem Pokalfinale die beste überhaupt. Das war etwas ganz Besonderes. Das gibt mir persönlich ein gutes Gefühl“, so der 25-Jährige.

Abheben? Da Costa sieht keine Gefahr

Gegen Apollon Limassol will der gebürtige Neusser mit der Mannschaft einen großen Schritt in Richtung Sechzehntelfinale gehen. Bei einem Erfolg hätte die Eintracht die maximale Punktzahl gesammelt, das Weiterkommen wäre nur noch theoretischer Natur zu verspielen. Zunächst gilt es aber, gegen die Partie gegen die Zyprer zu gewinnen. Bei der Auslosung galt Limassol als schwächstes Glied in der Kette, „Außenminister“ da Costa sieht aber keine Gefahr des Abhebens: „Ich kenne den Charakter unserer Mannschaft, wir werden Apollon nicht unterschätzen, keine Sorge.“

Der Tank des Rechtsverteidigers ist voll

Er selbst fühlt sich frisch und hochmotiviert. Auf Nachfrage von fussball.news sagte er bei der Pressekonferenz vor der Begegnung gegen Limassol: „Die Länderspielpause hat mir sehr gut getan, sieben Spiele in drei Wochen gehen schon an die Substanz. Aber ich kann mit reinem Gewissen sagen, dass mein Tank voll ist und ich, wie ich im letzten Spiel gezeigt, alle Wege machen kann. Ich mache mir keine Sorgen, dass ich einbrechen könnte.“

Lauf- und Zweikampfstark, dafür verbesserungswürdig bei Flanken

Die Werte stimmen, da Costa läuft im Schnitt rund elf Kilometer die Linie entlang und gewinnt dabei 60 Prozent der Zweikämpfe (Durchschnittswert: 57 Prozent). Verbesserungswürdig ist die Quote beim Passen und den Flanken. Trotz vieler Versuche glückte ihm in der Bundesliga erst eine Vorlage, häufig verpuffen gute Ansätze, weil die Bälle zu kurz oder zu lang kamen. Im Kerngeschäft, der Verteidigungsarbeit, steht da Costa inzwischen aber deutlich stabiler als noch zu Saisonbeginn in der Viererkette. Mit der Dreierkette im Rücken, unterstützt von den erfahrenen Stützen David Abraham, Makoto Hasebe und Durchstarter Evan N’Dicka, können er und sein Gegenüber Filip Kostic sich deutlich besser entfalten, nicht jeder Fehler sorgt gleich für höchste Gefahr vor dem eigenen Tor.

Vorteil der Videoanalysen

Um sich in diesen intensiven und spannungsreichen Wochen perfekt auf die Gegner einzustellen und trotz regenerativer Einheiten zu verbessern, sind vor allem Videoanalysen nötig. Trainer Adi Hütter setzt auf dieses Mittel, da Costa empfindet es als hilf- und lehrreich: „Es ist gut, wenn man analysiert, wie wir bestimmte Situationen noch besser lösen können. Es bietet einem eine andere Perspektive.“ Er drückte es, in seiner humorvollen Art und Weise, noch etwas flapsiger aus: „Dann stehe ich wenigsten nicht auf dem Spielfeld und denke mir: ‚Scheiße, das hast du noch nie gesehen.'“

 

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