Eintracht Frankfurt

Da Costa adelt Willems: „Ist ein genialer Fußballer!“

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Trainer Adi Hütter warf vor der fünften Europa-League-Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Olympique Marseille (4:0) die Rotationsmaschinie an und veränderte das Team auf fünf Positionen. Eine Überraschung: Jetro Willems, der im zentralen Mittlefeld neben Gelson Fernandes auflief.

Auf der Tribüne begann das große Rätselraten, als die Aufstellung bekannt wurde: Mit Danny da Costa, Taleb Tawatha und Jetro Willems standen drei gelernte Außenverteidiger in der Startelf. Bei Anpfiff wurde die Idee von Adi Hütter schnell sichtbar: Willems bekleidete nicht wie gewohnt die linke Verteidigerposition. Stattdessen übernahm er für den an einem Magen-Darm-Virus erkrankten Jonathan de Guzman als Achter zwischen Gelson Fernandes und Mijat Gacinovic.

Lob von Hütter

„Aufgrund seiner Fähigkeiten bringt er alles mit für diese Position“, lobte ihn Trainer Adi Hütter nach Spielschluss. Schon zuvor habe sich die Idee entwickelt, der Österreicher testete Willems im Training und bei einem Freundschaftsspiel gegen einen unterklassigen Gegner. Zudem habe die Verschiebung noch einen strategischen Aspekt gehabt: „Ich wollte mal wieder Taleb Tawatha sehen und Filip Kostic eine Pause gönnen.“ Weil die Hessen nach dem Ausfall von de Guzman, der Gelb-Rot-Sperre von Marc Stendera und der Langzeitverletzung von Lucas Torro Platz im Zentrum war, rückte Willems dorthin.

Willems Arbeitsnachweis

Sein Arbeitsnachweis liest sich sehr ordentlich: 47 Ballkontakte, 91 Prozent der Pässe kamen an, zudem gab er vier Torschussvorlagen. Vor dem Eigentor setzte er Luiz Gustavo gewaltig unter Druck, nur zwei Minuten später spielte er einen Traumpass auf Luka Jovic, der haarscharf vergab. Im zweiten Durchgang suchte der Linksfuß nicht mehr nur den Weg in die Spitze, sondern auch in die Breite.

Russ und da Costa schwärmen

„Jetro ist ein genialer Fußballer“, adelte Danny da Costa seinen Mitspieler. Er selbst profitierte von dessen Zuspielen, wie Marco Russ erkannte: „Er hat den Ball drei- oder viermal prima zu Danny durchgesteckt.“ Der 33 Jahre alte Innenverteidiger zeigte sich von Willems Qualitäten überzeugt: „Er hat die Technik und das Auge für die Position.“ Auch da Costa stellte anerkennend fest: „Er hat viele Impulse gesetzt und so agiert, als hätte er noch nie auf einer anderen Position gespielt.“

Marseille weit unter Normalform

Hütter hat somit eine weitere Alternative für das Zentrum, wenngleich der französische Kontrahent sehr schwach agiert hat. Es war von Beginn an spürbar, dass die mit einer B-Elf agierende und bereits ausgeschiedene Mannschaft von der Cote d’Azur die Begegnung in Frankfurt nicht mehr mit voller Kraft anging und sich in der heimischen Ligue 1 auf die Champions-League-Qualifikation konzentriert. Dennoch hat sich Willems – nachdem er seinen Teil zum Gruppensieg beitragen konnte – weitere Bewährungschancen auf neuer Position verdient.

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