Borussia Dortmund

BVB-Vorbereitung: Das sind die Gewinner und Verlierer

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Borussia Dortmund hat am Sonntag seinen letzten Härtetest vor dem Pflichtspielstart erfolgreich bestritten. Acht Tage vor dem Auftakt im DFB-Pokal bei Greuther Fürth bezwang der BVB Lazio Rom in Essen mit 1:0. Trainer Lucien Favre nutzte die Gelegenheit, um einen Großteil seiner vermeintlichen A-Elf über nahezu die volle Spielzeit zu testen. fussball.news nennt die Gewinner und Verlierer der Sommervorbereitung des BVB.

Gewinner: Jacob Bruun Larsen

Der größte Gewinner ist eindeutig Jacob Bruun Larsen. Der Däne, der in der Rückrunde der vergangenen Saison mit geringem persönlichem Erfolg an den VfB Stuttgart ausgeliehen wurde, gehörte bei all seinen Einsätzen zu den Aktivposten im Spiel der Schwarzgelben. Besonders stark war der 19-Jährige gegen Manchester City (1:0-Sieg) und mit einem Hattrick gegen den FC Zürich (4:3-Sieg). Gegen Lazio erhielt er auf der linken Seite den Vorzug vor Ausnahmetalent Jadon Sancho. Das könnte durchaus ein Fingerzeig für den Saisonstart sein: Larsen hat sich mindestens als Alternative für den Spieltagskader empfohlen. Damit war zu Beginn der Vorbereitung keineswegs zu rechnen.

Verlierer: Alexander Isak

Ebenso klar wie Larsen ein großer Gewinner des Sommers ist, muss Alexander Isak als Verlierer bewertet werden. Der Schwede hatte ob des Stürmermangels beim BVB die goldene Chance gehabt, sich ins Blickfeld zu spielen. Abgesehen von seinem Siegtreffer im ersten Test bei Rapid Wien gelang dem 18-Jährigen viel zu wenig. Favre berücksichtigte ihn gegen Lazio nicht für den immerhin 22 Spieler zählenden Kader, beim Doppeltest im Trainingslager gegen Zürich (morgens) und den SSC Neapel (abends, 1:3-Niederlage) kam er insgesamt nur acht Minuten zum Einsatz. Der körperlich immer noch hilflos unterlegen wirkende Stürmer hat in seinen 18 Monaten beim BVB nur selten andeuten können, dass der Klub auf ihn bauen kann. Ein Abgang noch diesen Sommer scheint wahrscheinlich, auch wenn die Berater des Teenagers laut der Bild-Zeitung ein eigentlich logisch erscheinendes Leihgeschäft ablehnen.

Gewinner: Abdou Diallo

Nicht wenige Beobachter rümpften bei Bekanntwerden der Ablösesumme für Abdou Diallo leicht mit der Nase. 28 Millionen Euro soll der BVB für den Franzosen an Mainz 05 überwiesen haben. Mit nur einem Jahr Bundesliga-Erfahrung galt das vielen als zu riskante Investition. Nach dem letzten Härtetest vor dem Pflichtspielstart lässt sich festhalten, dass Dortmund augenscheinlich genau richtig lag. Diallo war mit Abstand der beste Innenverteidiger in der Vorbereitung, überzeugte mit resolutem aber fairem Zweikampfverhalten und großer Ruhe und Übersicht im Spielaufbau. Abgesehen von einigen Wacklern auf der ungewohnten Position des rechten Innenverteidigers gegen den FC Liverpool gehörte der 22-Jährige zu den formstärksten Spielern des Sommers und dürfte zu Saisonbeginn absolut gesetzt sein.

Verlierer: Jeremy Toljan

Ähnlich wie Isak kam Jeremy Toljan gegen Ende der Vorbereitung zu immer geringeren Einsatzzeiten. Auch der U21-Europameister stand gegen Lazio nicht im Kader, wurde zudem im Doppeltest weder gegen Zürich noch gegen Napoli berücksichtigt. Regionalliga-Spieler Herbert Bockhorn wurde ihm gegen den italienischen Champions-League-Teilnehmer rechts hinten vorgezogen. Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl für den 24-Jährigen, dem die Klub-Bosse wohl einen Vereinswechsel nahelegen. Alleine: Empfohlen hat sich der Allrounder seit seinem immerhin rund sieben Millionen Euro teuren Wechsel von der TSG Hoffenheim zum BVB nicht. Konkrete Angebot soll es laut der Bild-Zeitung nur zu Beginn des Sommers gegeben haben, zudem wolle Toljan den Verein aktuell nicht verlassen. Es droht eine Saison, die er sich weitgehend von der Tribüne aus ansehen muss.

Gewinner: Thomas Delaney

Wie bei Diallo gab es auch beim Transfer von Thomas Delaney einige Zweifel, ob der Neuzugang von Werder Bremen seine hohe Ablöse von rund 20 Millionen Euro wirklich wert sein würde. In den Tests konnte der Mittelfeldantreiber seine Qualitäten in Sachen Zweikampfhärte und Siegermentalität naturgemäß nur andeuten, wenngleich er gerade gegen die Römer bewies, mit seinen Balleroberungen in Favres Konter-System durchaus wertvoll werden zu können. Der Däne gehört vor allem wegen der Selbstverständlichkeit, mit der er seine Rolle als Führungsspieler beim BVB annimmt, zu den Gewinnern. Vom ersten Trainingstag an ist der 26-Jährige gut integriert und verteilt Kommandos, gibt sich aber gleichzeitig in der Öffentlichkeit sympathisch und angenehm unstrapaziös. Delaney hat absolut das Potenzial zum Leitwolf und Publikumsliebling, wenngleich es Spiele geben wird, in denen seine Qualitäten nicht hundertprozentig zur Anlage der Dortmunder passen werden.

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