Borussia Dortmund

BVB kann auch Arbeitssieg

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Borussia Dortmund hat mit einem 1:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg die Tabellenführung eine Woche vor dem Duell mit dem FC Bayern verteidigt. Gegen die Wölfe ließ der BVB dabei das Spektakel des bisherigen Saisonverlaufs weitgehend vermissen. Für Trainer Lucien Favre muss das kein schlechtes Zeichen sein.

Bislang hatten die Partien mit BVB-Beteiligung nahezu ausnahmslos etwas Wildes an sich. 39 Tore waren in neun Spielen gefallen. 29 davon auf der richtigen Seite, doch gute Ergebnisse täuschten bisweilen darüber hinweg, dass Dortmund gegen beinahe jeden Gegner beste Torgelegenheiten zuließ. Wenn dann vorne mal die Konsequenz fehlt, kann es schnell Punktverluste bedeuten. Hertha BSC entführte so zwei Punkte aus dem Ruhrgebiet, obwohl das Team von Favre bis zum Torabschluss eine phasenweise überragende Vorstellung zeigte.

Wenig klare Chancen für den BVB …

Auch gegen die Niedersachsen fehlte es dem BVB vor dem gegnerischen Kasten an der letzten Entschlossenheit. Der Siegtreffer durch Marco Reus (27.) stand am Ende einer gerade in der 1. Halbzeit seltenen gelungenen Kombination bis in den Strafraum der Gastgeber. Der Kapitän der Schwarzgelben profitierte dabei von einem verunglückten Kopfball Thomas Delaneys. In der Folge kontrollierte Dortmund das Geschehen über weite Strecken mit sicherem Ballbesitz, allerdings ohne selbst größere Gefahr für Koen Casteels zu erzeugen. Jacob Bruun Larsen vergab die dickste Chance mit einem Schlenzer (79.), ansonsten verspielte der BVB seine Kontergelegenheiten teilweise dilettantisch.

… aber noch wenigere für Wolfsburg

Allerdings gelang es der Mannschaft diesmal, den Gegner ebenfalls bei wenigen konkreten Abschlüssen zu halten. Wolfsburg musste es immer wieder aus der Ferne versuchen. Roman Bürki hatte im Dortmunder Tor dabei bis auf einen Schuss von Renato Steffen (72.) alles unter Kontrolle. Ansonsten galt es für den BVB im Prinzip nur, bei Standards konzentriert zu bleiben. Einmal wäre das beinahe nicht gelungen, nach Dan-Axel Zagadous Zupfer gegen Marcel Tisserand hätten sich die Gäste über einen Strafstoßpfiff in der 87. Minute kaum beschweren können. Es war wohl so etwas wie das Glück des Tüchtigen, dass Dortmund hold war.

Arbeitssieg von hohem Wert

„Wenn es vorne mal nicht so klappt, wie es sollte, haben wir hinten gut verteidigt“, fasste Startelf-Rückkehrer Manuel Akanji bei Sky treffend zusammen. Für den BVB lieferte der Auswärtssieg in Wolfsburg so wichtige Erkenntnisse. Auch in engen Spielen, in denen die Offensive nicht so zündet wie sonst, kann Dortmund bestehen. Es braucht keine Tore von „Wunderstürmer“ Paco Alcacer, keine Feuerwerke, um erfolgreich zu sein. Dass die Art und Weise, wie der BVB sich in den ersten Wochen und Monaten der Saison präsentierte, wohl kaum bis Mai aufrecht zu erhalten war, war allen Beteiligten klar. Jetzt herrscht die Gewissheit, dass es eben auch anders funktioniert. Dortmund kann auch Arbeitssieg! Im heißen Herbst mit vielen Verletzungen und schweren Spielen ist das mitunter sogar mehr wert, als der nächste locker-leichte Sieg gegen einen Gegner aus dem Mittelfeld der Tabelle.

About Lars Pollmann

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