Borussia Dortmund

BVB gegen Hertha: Zagadou wird zum tragischen Helden

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Borussia Dortmund hat am Samstag in der Bundesliga gegen Hertha BSC zwei Punkte verloren. Bei einem Gegentreffer in der Nachspielzeit gibt es wenig Spielraum für andere Lesarten. Der Ausgleich fiel per Strafstoß. Dan-Axel Zagadou verursachte ihn und wurde so zum tragischen Helden. Zuvor spielte er überragend.

Der 19-Jährige, der seit der Verletzung von Marcel Schmelzer Ende September Stammspieler ist, dominierte seine direkten Duelle nahezu nach Belieben. 89 Minuten lang sahen weder Vedad Ibisevic noch Davie Selke, der den Bosnier im Laufe der 2. Halbzeit ersetzte, Land gegen den Franzosen. 64 Prozent gewonnene Zweikämpfe verbucht die offizielle Statistik für Zagadou. Sie illustriert nur ansatzweise, wie abgebrüht der 1,96-Meter-Hüne seinem Tagwerk nachging.

Zagadou auch am Ball imposant

Der Innenverteidiger sorgte darüber hinaus immer wieder auch für spielerische Akzente. Mit einem Steilpass war er im Vorlauf der 1:0-Führung durch Jadon Sancho beteiligt. Mehrfach setzte er trotz seiner Körpermasse zum eleganten Dribbling an, um sich in eine bessere Position zu bewegen. Drei vollendete Dribblings misst das Internetportal WhoScored.com für Zagadou, genausoviele wie für die offensiveren Mario Götze und Mahmoud Dahoud. Bei der Alten Dame brachte es kein Spieler auf mehr als zwei.

Am Ende zeigt er seine Jugend

Ohne das späte Foul an Selke wäre Zagadou für die Rolle als Spieler des Spiels in Frage gekommen. Trotz des Doppelpacks von Sancho. Derart beeindruckend war die Leistung des jungen Franzosen. Alleine, ein Spiel hat 90 Minuten. Und ausgerechnet in der letzten Aktion der regulären Spielzeit zeigte der Verteidiger zum ersten Mal seit Wochen, dass er eigentlich ein unerfahrener Teenager ist. Viel zu locker ließ er sich den Ball abluchsen, hoffte vielleicht auf einen Pfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann.

Strafstoß kostet Punkte

Selke hatte leicht am Trikot von Zagadou gezogen. „Handelsüblich“, wie es bei Reportern gerne heißt. Der Juniorennationalpieler wusste sich hernach nicht anders zu helfen, als den Stürmer zu Fall zu bringen. Die logische Folge war der Strafstoß, den Salomon Kalou zum 2:2-Endstand nutzte. Ein kostbarer individueller Fehler, der den Eindruck eines bis dahin bärenstarken Eindrucks trübt. Trainer Lucien Favre wollte gleichwohl nach der Partie nicht auf sein Ausnahmetalent einschlagen.

Favre baut Zagadou auf

Der Schweizer attestierte Zagadou, ganz im Gegenteil, eine sehr gute Leistung. „Ein Fehler gehört dazu“, so der 60-Jährige auf seiner Pressekonferenz nach der Partie. „Seine Entwicklung ist sehr gut.“ Die Botschaft ist klar: Dortmund will verhindern, dass der Verteidiger in ein mentales Loch fällt. Im Augenblick kann der BVB auf Zagadou ohnehin kaum verzichten, wenngleich der weitaus erfahrenere Ömer Toprak in den Schlusssekunden gegen die Alte Dame sein Saisondebüt feierte. Den Türken, selbst den verletzten Abwehrchef Manuel Akanji, hatte in 89 von 90 Minuten zuvor niemand vermissen müssen.

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