Borussia Dortmund

BVB-Gala gegen Nürnberg: Der nötige „Klick“ unter Favre?

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Borussia Dortmund hat am 5. Spieltag der Bundesliga den 1.FC Nürnberg mit einem fulminanten 7:0-Heimsieg regelrecht aus dem Westfalenstadion gefegt. Dabei überzeugten die Schwarzgelben im Gegensatz zum bisherigen Saisonverlauf unter Neu-Trainer Lucien Favre auch fußballerisch vollends. Hat es nun „Klick“ gemacht?

Herausragende Kombinationen, sehenswerte Treffer, nahezu totale Kontrolle der Partie: Das Heimspiel gegen die Franken hatte beinahe alles zu bieten, was sich der gemeine BVB-Fan erträumt. Doch aus dem Kantersieg eine neue Erwartungshaltung abzuleiten, wäre wohl unfair. Und wenig clever. Denn so einfach, wie es die Gäste den Dortmundern am Mittwochabend machten, dürften künftige Spiele wohl kaum werden. Der Club war mit dem ehrenhaften, aber letztlich vielleicht auch etwas naivem Anspruch ins Ruhrgebiet gereist, seine fußballerischen Qualitäten zu zeigen.

Nürnberg wie ein Kartenhaus

Nach dem 1:0 durch Jacob Bruun Larsen auf herausragende Vorlage von Christian Pulisic (9.) zerbrach Nürnberg aber in sich wie ein Kartenhaus. Weiterhin versuchte die Mannschaft von Trainer Michael Köllner, von hinten das Spiel aufzubauen. Es sollte sich als halsbrecherische Herangehensweise herausstellen, die immer wieder Einladungen an den BVB verteilte. Gegen den Ball, wiederum, spielten die Gäste seltsam passiv, setzten die Dortmunder wenig bis gar nicht unter Druck. So entwickelte sich für die Schwarzgelben früh eine Partie mit besserem Trainingscharakter.

Favre wird keine falschen Schlüsse ziehen

Perfektionist Favre wird in der Analyse sicherlich noch den ein oder anderen Fehler finden. In der Pressekonferenz nach dem Spiel merkte er an, dass die Franken vor dem 3:0 durch Debütant Achraf Hakimi (49.) eine Chance auf den Anschlusstreffer liegen ließen. Der Schweizer ist nicht der Typ, der die Partie gegen Nürnberg falsch einordnen wird. Freude über tolle Tore und das Ergebnis mit beinahe historischen Ausmaßen ist natürlich angebracht. Dennoch kann die Begegnung mit dem Aufsteiger kein Maßstab sein.

Diese Erkenntnisse bieten sich trotzdem an

Einige Erkenntnisse liegen natürlich trotzdem nahe. Zum Beispiel die, dass Kapitän Marco Reus nicht nur wegen eines Doppelpacks (32. und 58.) sowie der Vorlage für Hakimi seine Mini-Formkrise überwunden hat. Der Nationalspieler blühte regelrecht auf, weil er in seiner Lieblingsrolle im zentralen offensiven Mittelfeld mit allen Freiheiten ausgestattet war. Als Mittelstürmer und zuletzt bei der TSG Hoffenheim auf dem linken Flügel hatte er sich deutlich schwerer getan. Vor allem im Zusammenspiel mit Bruun Larsen bekamen die Nürnberger Reus nie in den Griff.

BVB-Talente drängen sich auf

Der Däne steht stellvertretend für eine weitere Erkenntnis von Wert: Dortmunds Talente zeigten sich bereit für mehr Verantwortung. Egal ob der 20-Jährige als Torschütze und Vorlagengeber für Reus‘ zweites Tor, Hakimi mit einem beeindruckendem Debüt inklusive Treffer, Dan-Axel Zagadou mit einer konzentrierten Vorstellung in der Innenverteidigung, oder Jadon Sancho als erneut überragender Joker (Tor und Vorlage in 16 Minuten): Die nachkommende Generation überzeugte ausnahmslos. Nun wird Favre nicht plötzlich seine Planungen umschmeißen, um den Talenten noch wichtigere Rollen zukommen zu lassen. Aber er weiß spätestens seit Mittwochabend, dass er ruhigen Gewissens rotieren kann. Selbst wenn Nürnberg nachhalf, die Kaderbreite des BVB hat ihren Test bestanden.

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