Borussia Dortmund

BVB-Ausfälle: Ein erster Test für die Kaderbreite

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Borussia Dortmund trifft am heutigen Samstagabend auswärts auf Union Berlin. Die Schwarzgelben haben zumindest gemessen an den Ergebnissen in bisher fünf Pflichtspielen einen perfekten Saisonstart hingelegt. In der Hauptstadt fehlen aber Thorgan Hazard und vor allem Axel Witsel. Es ist ein erster Test für die allseits gelobte Kaderbreite beim BVB.

Dass man ‚Glück im Unglück‘ habe, weil es ja ’nur‘ gegen den Aufsteiger geht, würde bei den Schwarzgelben sicher niemandem über die Lippen kommen. Tatsächlich sind die Borussen schließlich gebrannte Kinder, wenn es um Auswärtsspiele bei vermeintlich kleinen Gegnern geht. In der Vorsaison ließ Dortmund etwa bei den späteren Absteigern Hannover 96 und 1.FC Nürnberg (jeweils 0:0) wichtige Punkte liegen, eine Niederlage beim FC Augsburg schmerzte sogar noch mehr. Am dritten Spieltag beim 1.FC Köln befand sich das Team von Lucien Favre etwa eine Stunde lang auch nicht gerade auf direktem Wege auf die Siegerstraße.

Witsel-Ausfall wiegt schwerer

Nun gilt es also, die beiden Belgier zu ersetzen, die zuletzt einen Platz in der Startelf sicher hatten. Der Ausfall von Hazard wiegt dabei ungleich weniger schwer als der von Witsel. Der Routinier ist schließlich ein absoluter Kopf der Mannschaft in der Mittelfeld-Zentrale und ungemein wichtig für die Balance im Spiel des BVB. Hazard hingegen hat in seinen ersten Auftritten nach dem Wechsel von Borussia Mönchengladbach noch keine bemerkenswerte Visitenkarte hinterlassen. Dass er womöglich sogar ohne seine Rippenverletzung aus der Startformation hätte weichen müssen, lag nach der sensationellen Leistung von Julian Brandt als Einwechselspieler in Köln durchaus nahe.

Siegreiche Köln-Taktik eher keine Option?

Freilich hätte Favre auch die Option offengestanden, wie bei den Geißböcken mit der Inklusion von Brandt auch sein System zu verändern. Theoretisch ist das immer noch denkbar. Brandt und Reus würden vor Julian Weigl als alleiniger Sechs spielen. Allerdings bliebe auf links keine Ideallösung als Ersatz für Hazard übrig. Jacob Bruun Larsen oder der offensiv ausgerichtete Außenverteidiger Achraf Hakimi wären wohl die ersten Kandidaten für eine Nominierung in der Startelf. Raphael Guerreiro stünde sicher vor beiden, noch ist aber auch ein Abgang bis zur Transfer-Deadline am Montagabend denkbar.

Saisondebüt für Delaney oder Dahoud?

Schwer vorstellbar, dass Dortmund eine entsprechende Einnahme in deutlich achtstelliger Höhe durch einen Einsatz bei Union gefährden würde. Realistischer erscheint ein Verbleib im gewohnten 4-2-3-1 mit einer Doppelsechs. Somit käme es mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Startelfdebüt von Brandt, zumindest nominell, auf dem Flügel. Für den Platz neben Weigl bieten sich Thomas Delaney oder Mahmoud Dahoud an. Sie gehören aktuell zu den Verlierern des Saisonstarts, haben noch nicht eine Pflichtspielminute absolviert.

Favre hat einen klaren Stamm

Angesichts des großen Gedränges im Kader dürften Chancen für Akteure, die eindeutig hinten dran sind, rar gesät bleiben. Favre scheint zumindest anfänglich einen klaren Stamm an Spielern gefunden zu haben, die seine Vorstellungen erfüllen. Die zehn Feldspieler, die an allen drei Bundesliga-Spieltagen in der Startformation standen, haben jeweils mindestens Zwei-Drittel der möglichen Minuten in allen fünf Pflichtspielen absolviert. Die Hoffnung muss sein, dass dies bei den nachstoßenden Spielern für besondere Motivation sorgt. Und nicht etwa für Verkrampfung.

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