Bundesliga

Brinkmann wirft VfB Planlosigkeit vor und sieht Reschke nur in der zweiten Reihe

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Vom Europacup-Aspiranten zum Abstiegskandidaten: Der VfB Stuttgart muss derzeit viel Kritik über sich ergehen lassen.

Der frühere Bundesliga-Profi Ansgar Brinkmann sagte nun im Sport1-Podcast „Generation Fußball“: „Normalerweise hat ein Verein eine Philosophie, nach der die Spieler und Trainer ausgesucht werden. Beim VfB Stuttgart habe ich aber das Gefühl, dass sie einen neuen Coach holen und ihm nur sagen: ‚Mach mal, auf geht’s‘. Eine Philosophie kann ich beim VfB Stuttgart nicht erkennen.“ Brinkmann machte für die aus seiner Sicht planlos wirkende VfB-Politik besonders Sportchef Michael Reschke verantwortlich. Zumal Reschke auch in der Außendarstellung ein schlechtes Bild abgebe.

Brinkmann: „Öffentlichkeitsarbeit liegt Michael Reschke nicht“

„Wir halten fest: Öffentlichkeitsarbeit liegt Michael Reschke nicht. Vielleicht sollte er mal wieder hinter den Kulissen arbeiten, das hat ihm in der Vergangenheit gut getan“, sagte Brinkmann. Reschke galt bei Bayer Leverkusen jahrelang als Top-Scout, der Talente wie Julian Brandt förderte. Seine Zeit beim FC Bayern als Technischer Direktor gilt in Sachen Leistungsbilanz als umstritten, da sich kaum ein von Reschke empfohlener Spieler auf Dauer in München durchsetzen konnte. Brinkmann betonte, dass Reschke ein Fachmann sei, habe er schon „mehrfach und konstant bewiesen“. Die Frage bleibt nur: Besitzt Reschke Manager-Qualitäten, um einen Top-Klub zu führen? Seine Bilanz beim VfB Stuttgart lässt derzeit erhebliche Zweifel aufkommen. Mit nur fünf Punkten aus neun Bundesliga-Partien muss der Tabellenletzte nun sogar um den Klassenverbleib bangen. Unter dem neuen Coach Markus Weinzierl gab es zuletzt gegen Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim zwei 0:4-Niederlagen in Folge.

VfB-Boss hält zu Reschke

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich stärkte jedoch zuletzt Reschke den Rücken. „Ich wüsste nicht, was an dieser Kaderplanung zu bemängeln wäre“, sagte Dietrich in der Sendung „Doppelpass“ bei Sport1. Reschke selbst sagte bei „Wontorra – der Fußball-Talk“ bei Sky Sport News HD: „Mein persönliches Schicksal ist vollkommen uninteressant. Es geht um den VfB Stuttgart.“ Er sei „nach wie vor von diesem Kader überzeugt. Nachjustierungen liegen in der Natur der Sache, aber wir sind weit davon entfernt, den Kader derart infrage zu stellen, wie es der Tabellenplatz aussagt“.

About Daniel Michel

Daniel Michel, Jahrgang 1981, gründete im Dezember 2015 das Nachrichtenportal fussball.news. Zuvor war er als freier Journalist u.a. bei Sport1, Eurosport und der Perform Group tätig. Er ist zudem Co-Herausgeber einer Fußball-Buchreihe und Autor mehrerer Bücher und Kalender.

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