DFB-Pokal

Brandrede von Schröder: „Jeder Einzelne muss sich hinterfragen!“

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Aus der Commerzbank-Arena berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Die Niederlage des FSV Mainz 05 im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt war desillusionierend. 0:3 hieß es nach 90 Minuten, in denen für die Rheinhessen alles schief lief, was nur schief gehen konnte. Sportvorstand Rouven Schröder richtete klare Worte an die Spieler.

Die Ansagen am Dienstag auf der Pressekonferenz waren vollmundig von Schröder und Trainer Sandro Schwarz. Das Team müsse brennen, jedem einzelnen müsse bewusst werden, welch historische Chance das Erreichen des Pokalhalbfinales bedeutet hätte. Zu sehen war davon wenig: Die Mainzer verloren wichtige Zweikämpfe, waren im Spielaufbau nachlässig, leisteten sich individuelle Fehler und schenkten der Eintracht förmlich die Tore. „Nach so einem Spiel fällt einem da nicht mehr ganz so viel ein, da kann man nur kritisch sein“, wurde Schröder deutlich.

Schröder spricht von einer schmerzhaften Niederlage

Tatsächlich enttäuschten die 05er auf ganzer Linie. Sie wollten den positiven Schwung aus der Partie gegen den FC Bayern München mitnehmen, die Begegnung weckte trotz 0:2 positive Erwartungen. „Das, was wir uns vorgenommen haben, hat das Team nicht gezeigt“ konstatierte der Sportvorstand. Statt Aufbruchstimmung und ein gutes Gefühl mit in den Abstiegskampf der Bundesliga zu nehmen, ging die Mannschaft unter: „Das ist schmerzhaft. Wir sind ehrgeizig und reißen uns den Arsch auf. Eigentlich war das Pokalspiel in positiver Aspekt, wir wollten nicht an die Liga denken.“

Adler kam nur rein, weil Zentner verletzt fehlte

Die Rheinhessen wirkten allerdings wie gelähmt, vor allem Schlussmann Rene Adler wurde zur unglücklichen Figur. Der 33-Jährige kehrte nach langer Verletzungspause nur zurück, weil sich Robin Zentner abgemeldet hat. „Er hätte sonst gespielt“, bestätigte Schwarz. Ausgerechnet dem Hoffnungsträger passierte der grobe Fehler, als er bei einer Rückgabe von Stefan Bell einen technischen Fehler beging, den Ball an Ante Rebic verlor und das Unheil dann nicht mehr verhindern konnte.

Schröder nimmt das gesamte Team in die Pflicht

Schröder wollte jedoch nicht auf die Leistung einzelner Spieler eingehen. Er forderte: „Die ganze Mannschaft muss sich das Spiel vor Augen führen. Jeder muss sich darüber bewusst werden, was passiert. Wir biegen in die Endphase der Saison ein und jeder einzelne muss sich spätestens jetzt hinterfragen, ob er alles für den Erfolg gibt.“ Die nächste Standortbestimmung steht auf dem Programm, am Samstag (15.30 Uhr) geht die Reise zur TSG Hoffenheim. „Wir werden deutliche Worte finden“, kündigte Schröder an.

Schwarz wird auch in Hoffenheim auf der Bank sitzen

In welche Richtung die Gespräche mit dem Team gehen, ließ der 42-Jährige noch offen: „Ich kann jetzt nicht die nächsten Programmpunkte 1 bis 5 einläuten. Wir werden gemeinsam nach Hoffenheim gehen und die Mannschaft mit deutlichen Worten aufrichten!“ Und zwar mit Schwarz, der auch gegen die Kraichgauer auf der Bank Platz nehmen wir. Die Begegnung in Frankfurt könne dennoch nicht einfach abgehakt werden, zu ernüchternd und desillusionierend war die Leistung der 05er. Der Gegner selbst war überrascht, Sportdirektor Bruno Hübner sagte nach Abpfiff: „Das war kein Spiel auf Augenhöhe.“ Die Mainzer, so viel ist sicher, werden sich gewaltig strecken müssen, wenn sie am kommenden Wochenende nicht noch tiefer in die Krise rutschen wollen.

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