Bundesliga

Boateng kritisiert junge Spielergeneration

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Kevin-Prince Boateng hat bei Eintracht Frankfurt einen besonderen Status erlangt. Der 31-Jährige ist Spielmacher, Führungsfigur und Sprachrohr der Mannschaft. Boateng blickt mit Sorge auf den Werdegang der neuen Spielergeneration und kritisiert im Gespräch mit Sport Bild deren Verhalten.

Das Thema Geld beherrscht den Profi-Fußball in einer bislang noch nicht gekannten Art und Weise. Die Transfersummen explodieren förmlich, die TV-Verträge werden hochwertiger, Investoren kaufen sich in Vereinen ein, die Businesslogen in den Stadien sind voll und Sponsoren wollen sich ebenfalls schmücken und etwas vom großen Kuchen abbekommen. „Es geht nur noch ums Geld, das ist nicht mehr schön“, bemängelte Boateng.

Relationen stimmen nicht mehr auf dem Transfermarkt

Die Zeiten hätten sich innerhalb der vergangenen elf Jahren extremst verändert, wie der Mittelfeldmann anmerkte. Er zog einen Vergleich: „Da spielt ein Spieler eine gute Saison und der kostet auf einmal 50 Millionen Euro. Dann hätte ich früher 150 Millionen Euro kosten müssen, als ich jung war, mich bei Hertha BSC gegen Spieler wie Marcelinho oder Bastürk durchsetzte und mit 20 Jahren nach England zu Tottenham ging.“ 7,9 Millionen Euro war Boateng damals noch wert – eine Summe, die englische Teams inzwischen für reine Ergänzungsspieler bezahlen.

Junge Spieler haben Blick für die Realität verloren

Den erfahrenen Profi ärgerte vor allem das Verhalten der Jungprofis, die den Blick für die Realität verloren hätten: “ Was willst du einem 19-Jährigen noch erzählen, wenn er vier Millionen Euro netto verdient? Wenn man ihm sagt, leg eine Extra-Schicht im Kraftraum ein, dann antwortet er: „Ich verdiene vier Millionen.“ Die jungen Spieler haben keine Beziehung mehr zum Geld.“

Kritik an der Ablösesumme für Neymar

Die Talente hätten nie gelernt, richtig hart für ihr Gehalt zu arbeiten. Es gebe nur noch ganz wenige Ausnahmen. Boateng kritisierte in diesem Zusammenhang auch den teuersten Transfer der Fußballgeschichte: “ Es gibt auch keinen Spieler auf der Welt, der so viele Tore schießt, der für so viel Entertainment sorgt, dass er wie Neymar 222 Millionen Euro Ablöse wert ist.“

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