Borussia Dortmund

Bild ging um die Welt – Akanji: Sancho hat den Plan „im Überschwang vergessen“

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Borussia Dortmund hat den SC Paderborn am vergangenen Sonntag letztlich mehr als standesgemäß mit 6:1 besiegt. Jadon Sancho sorgte mit einem Dreierpack für die stärkste Einzelleistung. Im Gespräch war der Engländer anschließend aber vor allem wegen seines Torjubels. Das Gedenken an George Floyd, in den USA Opfer rassistischer Polizeigewalt, war aber anders geplant, wie Manuel Akanji berichtet.

„Jadon Sancho, Achraf Hakimi und ich haben vor dem letzten Spiel vereinbart, dass wir alle drei gemeinsam unsere Meinung äußern. Ich trug auch ein Unterleibchen mit der Aufschrift ‚Justice for George Floyd‘, eigentlich wollten wir drei es gemeinsam präsentieren“, schreibt der BVB-Verteidiger in einer Kolumne für das Schweizer Portal Watson. Nach seinem Treffer lüftete jedoch Sancho sein Trikot, ehe Akanji oder Hakimi bei ihm waren. „Jadon hat das im Überschwang der Gefühle vergessen. Aber Hauptsache, die Botschaft ist angekommen.“

„Die Menschen wollen eine Veränderung sehen“

Akanji sieht es dabei als seine Verpflichtung als Profifußballer, die ihm zur Verfügung stehende Plattform zu nutzen. Er solidarisiert sich dabei auch mit denjenigen, die ihren Protest in den USA und Europa auf den Straßen zur Schau stellen. „Was die Leute schon lange wollen, ist Gerechtigkeit, es hat sich zu viel angestaut. Zu lange gab es jeweils kurz einen Aufschrei und dann wurde die Sache wieder vergessen. Jetzt wollen die Menschen eine Veränderung sehen“, so der Nationalspieler der Eidgenossen.

„Will ein Vorbild für meinen Sohn sein“

Er selbst werde vor allem im Internet mit Rassismus konfrontiert. „Auch in meiner Karriere als Fußballer musste ich mir auf dem Feld manchmal gewisse Dinge anhören. Aber nicht das, was man in anderen Ländern und Ligen sieht, wo schwarze Spieler teilweise mit rassistischen Sprechchören und Bananen bombardiert werden“, so Akanji. Der 24-Jährige ist Sohn eines nigerianischen Vaters und einer Schweizerin. Jüngst wurde er selbst Vater. Dieser Umstand bekräftigt seine Haltung. „Wenn es um Ungerechtigkeit geht, dann sage ich meine Meinung, auch wenn es unangenehm ist. Denn ich will ein Vorbild für meinen Sohn sein.“

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

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