Bundesliga

Berthold: Reschke-Abgang die „vorletzte Patrone“ des VfB

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Der VfB Stuttgart hat am Dienstag auf seine sportliche Krise reagiert und Sportvorstand Michael Reschke abberufen. Für Ex-Profi Thomas Berthold war dies ein logischer Schritt, dessen unmittelbare Folgen auf dem Platz aber nicht sonderlich groß sein werden.

„Es gab Anzeichen, dass es zum mittelgroßen Knall kommen wird“, so der langjährige Stuttgarter im Interview mit Eurosport. „Der große Knall wäre gewesen, Trainer und Sportdirektor zu entlassen. Für mich war das die vorletzte Patrone, die Stuttgart hat.“ Als letzte Möglichkeit, das Ruder noch herumzureißen, gilt für den TV-Experten ein neuerlicher Trainerwechsel. Die Bilanz von Markus Weinzierl sei verheerend, gerade der Auftritt bei Fortuna Düsseldorf am Sonntag macht Berthold Sorgen. Die Mannschaft habe sich beim 0:3 kopflos und blutleer präsentiert.

Kaderplanung in der Kritik

Als Kaderplaner muss sich Reschke dafür Kritik gefallen lassen. Für Berthold ist vor allem fragwürdig, warum der Rheinländer soviel sportliche Kompetenz für sich vereinnahmen durfte. Mit Guido Buchwald habe es nur einen Ex-Spieler in einem Vereinsgremium gegeben, der zudem keinerlei Entscheidungsgewalt ausüben konnte. „Reschke hat insgesamt rund 48 Millionen Euro investiert“, kritisiert Berthold. „Das ist ein wirtschaftliches Risiko. Ich kann doch junge Profis auch mit einer Kaufoption ausleihen.“ Auch den verloren gegangenen Fokus auf die eigene Jugend der Schwaben lastet der 54-Jährige Reschke an.

Hitzlsperger „ist ja kein Zauberer“

Thomas Hitzlsperger sieht er als guten Nachfolger an, gleichwohl bezweifelt er allerdings, dass der großen Einfluss auf die aktuelle Situation nehmen kann. „Die Aufgaben sind jetzt erstmal, im Umfeld für Ruhe zu sorgen, sich zu fokussieren und die Kräfte zu bündeln, um das Minimalziel zu erreichen“, so Berthold. Als solches sieht er das Erreichen des Relegationsplatzes, auf dem Stuttgart aktuell steht. „Mehr kann er nicht machen, er ist ja kein Zauberer. Der VfB hat jetzt nur noch eine Patrone, den Trainer. Und danach ist auch Schluss.“ Hitzlsperger hatte Weinzierl am Dienstag das Vertrauen ausgesprochen, ein klares Bekenntnis jedoch vermieden.

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