Bundesliga

Bei Regeländerungen: Funkel findet, Trainer haben „viel zu wenig Mitspracherecht“

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Vor der laufenden Saison gab es im internationalen Fußball die umfrangreichsten Regeländerungen seit vielen Jahren. Besonders die persönlichen Strafen gegen Trainer und Offizielle und die neue Auslegung bei Handspielen sorgt dabei immer wieder für Gesprächsstoff. Die Trainer im deutschen Profifußball fühlen sich dabei übergangen, wie Friedhelm Funkel erklärt.

„Bei der vergangenen Trainertagung haben wir wieder einmal festgestellt, dass wir viel zu wenig Mitspracherecht haben“, so der Chefcoach von Fortuna Düsseldorf gegenüber der Rheinischen Post. „Wir müssen zusammen mit unseren Teams alles ausbaden, werden vorher aber nicht gefragt.“ Deshalb bereite die Zunft über die Vertretung des Bundes Deutscher Fußballlehrer aktuell einen Antrag vor, dass bei Tagungen des DFB und der Liga stets auch Trainer eine Einladung erhalten sollen. „Damit wir bei der Entscheidungsfindung zumindest einmal gehört werden“, wie Funkel erklärt.

„Jeder wird gefragt, aber wir nicht“

Gerade bei dem Thema der persönlichen Strafen hätte sich eine solche Mitwirkung angeboten, findet der erfahrenste Coach unter den Bundesliga-Trainern. „Das ist eine so alberne Regelung. Wir müssen einfach gefragt werden. Jeder wird gefragt, aber wir nicht.“ Nach vier Gelben Karten muss in Deutschland ein Trainer ein Spiel aussetzen. Auch die Handspiel-Auslegung sorgt bei Funkel vor allem für Verärgerung. „Wir Trainer sind doch ehemalige Fußballer. Wir können das doch besser einschätzen. Es wird derzeit so unterschiedlich ausgelegt, dass es nur noch lächerlich ist.“

„Das werden wir uns nicht mehr bieten lassen“

Freilich sind längst nicht alle Regeländerungen ein Thema, an dem DFB und DFL selbst ansetzen können. Die Vorgaben des internationalen Regelboards IFAB gelten verbindlich. Bei der konkreten Implementierung jedoch steht den Verbänden und Ligen häufig ein gewisser Spielraum zur Verfügung. „Wir werden bei den wichtigsten sportlichen Fragen und Regeländerungen total übergangen“, findet Funkel. „Das werden wir uns so nicht mehr bieten lassen.“ Mit 65 Jahren ist der Chefcoach von Fortuna Düsseldorf nicht nur der älteste aktive Bundesliga-Trainer. Mit 502 Spielen im Oberhaus hat er auch über 200 Partien mehr auf dem Buckel als sein ärgster Verfolger, Dortmunds Lucien Favre.

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