Bundesliga

Bayern-Spieler suchen nach Gladbach-Niederlage einen Schuldigen

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Mit 0:3 hat Bayern München gestern gegen Borussia Mönchengladbach verloren und damit bereits die zweite Saisonniederlage kassiert. Danach zeigte sich nicht nur Trainer Niko Kovac ernüchtert, sondern auch seine Spieler, die die Gründe dafür untereinander suchten.

Niklas Süle wollte keine Ausreden suchen für die schwache Leistung des Rekordmeisters: „Wir sind Bayern München. Da ist es scheißegal, wer auf dem Platz steht. Diejenigen, die auf dem Platz stehen, müssen es hinbekommen“, wählte er gegenüber Sport1 deutliche Worte. Individuelle Fehler, Zweikampfschwäche und ungenaue Offensivaktionen sorgten für die Pleite am Samstagabend. Doch spielten die Bayern möglicherweise auch im falschen System? Diesen Schluss legen die Äußerungen von Mats Hummels nahe: „Das Problem ist: Wir haben den Ball, aber wir haben ihn in ungefährlichen Räumen. Weil wir uns mit zu vielen Spielern in völlig ungefährlichen Räumen aufhalten. Wir haben zu wenige Leute da, wo es dem Gegner weh tut“, kritisierte der Innenverteidiger an gleicher Stelle. Für den 29-Jährigen ist dieses Thema nicht neu: „Das ist das Problem, seitdem ich bei Bayern bin, dass das immer mal wieder der Fall ist.“ Als Kritik am Trainer will er die Aussage allerdings nicht verstanden wissen: „Niko Kovac ist auch jemand, der es theoretisch ein bisschen anders sehen will.“

Kimmich kritisiert mangelnde Torchancen

Ähnliche Gründe führte Joshua Kimmich an, der Rechtsverteidiger kritisierte das Offensivspiel: „Wir haben ein Abseitstor erzielt. Ansonsten erinnere ich mich an keine Möglichkeit von uns. Das ist ein bisschen wenig. Es war nicht so, dass wir Chancen versemmelt haben. Wir hatten einfach keine.“ Normalerweise müsse der Rekordmeister „für zwei, drei Tore gut“ sein, kritisierte der 23-Jährige. Tatsächlich kam Bayern in der ersten Halbzeit nur zweimal halbwegs gefährlich vor das Gladbacher Tor, doch Robbens (32.) und Lewandowskis (36.) Abschlüsse waren kein Problem für Gladbachs Torhüter Sommer.

Goretzka kontert Müller-Erklärung

Für Stürmer Thomas Müller resultierte die Niederlage aus einer „Mischung aus Fehlern, Unvermögen und einem Anti-Lauf“. Müller störte sich vor allem am schlechten Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag: „Die Situation ist für uns brutal. Weil wir Aufwand betreiben, aktuell aber nicht die richtigen Dinge machen und keine Ergebnisse liefern.“ Mittelfeldspieler Leon Goretzka konnte mit dem „Unvermögen“ als Grund für die Niederlage hingegen nichts anfangen, sagte zynisch: „Unvermögen? Wenn Thomas das sagt…“

Hummels interessiert Hoeneß-Kritik an Kovac nicht

Auf die Kritik von Präsident Ulli Hoeneß an Trainer Niko Kovac reagierten die Bayern-Spieler gleichgültig. Hoeneß sagte bereits vor dem Gladbach-Spiel, Niko Kovac müsse für seine Personal-Entscheidungen „den Kopf hinhalten“. Joshua Kimmich will diesen Worten nicht zuviel Gewicht beimessen. Für ihn ist es „die normalste Sache der Welt“, dass Kovac aufgrund der schwachen Ergebnisse kritisiert wird. Mats Hummels sieht sich diesbezüglich nicht involviert: „Pffff. Das ist nicht mein Bier“, erklärte er lakonisch.

„Wir schießen uns die Dinger immer wieder selbst rein“

Lieber äußerte er sich zu sportlichen Themen und ärgerte sich über Fehler, die sich wiederholen: „Wir schießen uns die Dinger immer wieder selbst rein“, befand Hummels, der bei jedem der drei Gegentore unglückliche ausgesehen hatte. „Augsburg, Berlin, heute – wir machen immer wieder eklatante Fehler, die zu Gegentoren führen.“ Auch an Thomas Müller geht das schwache Spiel des Rekordmeisters nicht spurlos vorbei: „Wir schießen aktuell zu wenig Tore. Dann kommt auch Verunsicherung auf.“

About Stefan Katzenbach

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