Bundesliga

Bayern-Fanszene fordert: „Spielbetrieb in der Bundesliga aussetzen“

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Der Fußball ohne Fans verliert auf Dauer seine Fans. Der Dachverband der aktiven FC Bayern München-Fans und die in der Südkurve München organisierten Fan- und Ultragruppen haben sich in Zeiten des Coronavirus zum Umgang mit Geisterspielen zu Wort gemeldet.

Geisterspiele in der Bundesliga und auf europäischer Ebene? Die Fangruppierungen des FC Bayern München haben sich in einem Schreiben dagegen ausgesprochen. „Womit wir uns auskennen ist Solidarität, und die kommt uns in der momentanen Diskussion oft zu kurz. Blickt man nach Italien sehen wir ein Land im Lockdown, in dem sich gleichzeitig viele Menschen, explizit auch Ultras, maximal solidarisch verhalten und ihr eigenes Sozialleben hinten anstellen, um die weitere Ausbreitung des Virus‘ zu verhindern. Dabei geht es nicht um die Angst selbst zu erkranken, sondern um den Schutz von Risikopatienten und darum, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern“, heißt es da.

Fans überdenken Reiseverhalten

Weiter teilt die Anhänger mit: „Da nicht auszuschließen ist, dass in Deutschland eine ähnliche Entwicklung der Infektionszahlen stattfindet, erscheinen uns die Maßnahmen, Großveranstaltungen abzusagen und das eigene Reiseverhalten zu überdenken, sinnvoll. Wir werden daher nicht organisiert nach Berlin reisen und auch die weiteren Spiele nicht gemeinsam vor den Stadiontoren verbringen.“

Forderung: Spielbetrieb aussetzen!

Die aktiven Fans und Ultras werden deutlich: „Wir kritisieren allerdings die momentane Lösung der Geisterspiele und fordern die Verbände eindringlich dazu auf den Spielbetrieb auszusetzen. Viele Fans opfern seit Jahren einiges, sowohl finanziell als auch zeitlich, um ihrem Herzensverein überall hin zu folgen. Diese Möglichkeit wird uns nun genommen, den Vereinen fehlen die Einnahmen und den Mannschaften die Unterstützung in der entscheidenden Phase der Saison. Fußball ohne Fans ist wertlos!“

Solidarität als wichtiger Punkt

Das Thema Solidarität spielt in dem Statement von Club Nr. 12 und Südkurve München eine wichtige Rolle: „Vereine wie der unsere können ausbleibende Zuschauereinnahmen deutlich leichter kompensieren und werden daher am Ende Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Vereinen haben. Unserer Meinung nach wird dadurch auch die Krankheit des Systems offensichtlich. Hauptsache alles geht seinen Weg, die Auswirkungen auf die kommende Saison sind gering, und die sinnlos aufgeblähte EM als Prestigeobjekt der korrupten UEFA im Sommer kann durchgeführt werden. Fans und die Seele des Fußballs sind, wie so oft, zweitrangig. Hinzu kommt, dass eine Aussetzung unumgänglich wird, sobald auch Mannschaften und Verantwortliche betroffen sind. Erste Fälle bei Hannover 96 und Juventus gibt es ja bereits, für uns ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere hinzukommen.“

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