Bundesliga

„Bad Boy“ statt Pokalheld bei der Eintracht? So schmal war der Grat für Boateng

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Kevin-Prince Boateng hat in der Saison 2017/18 seinen Ruf in Deutschland aufpoliert und ist sich vom „Bad Boy“-Image verabschiedet. Vor allem der DFB-Pokal-Sieg mit Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern München bleibt – neben Ante Rebic – mit ihm in Verbindung. Doch der Mittelfeldspieler weiß, wie knapp das alles in Berlin wirklich war.

„Auf jeden Fall! Ich habe jetzt einen ganz anderen Stellenwert“, sagte Kevin-Prince Boateng gegenüber Sport Bild mit Blick auf das gewonnene DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München (3:1). Der 32-Jährige war in dieser Partie ein entscheidender Faktor, das 1:0 von dem späteren Doppelpacker Ante Rebic leitete er mit einem klugen Pass ein. Doch Boateng verschließt auch die Augen vor der Realität nicht: „Manchmal denke ich darüber nach, wie schmal der Grat ist.“

Ein Elfmeter hätte alles verändern können

Es lief bereits die Nachspielzeit im Berliner Olympiastadion, als der WM-Teilnehmer 2010 den Ball klären wollte und Javi Martinez dabei im Strafraum traf. Schiedsrichter Felix Zwayer bemühte minutenlang den Videobeweis – und entschied zum Entsetzen des FC Bayern auf Eckball. Er sah den Tritt Boatengs nicht als ursächlich für den wohl etwas zu spektakulären Fall von Martinez an. Die Hessen konnten anschließend kontern und den ersten Pokalsieg nach 30 Jahren bejubeln.

„Happy end“ für Boateng

So gab es für Boateng das „happy end“: „Wenn ich jetzt zurückkomme, bin ich halt der König, Prince Boateng der Pokalsieger, der Bayern-Besieger.“ Er weiß aber auch: „Hätte der Schiri Elfmeter gegeben und wir verloren, wäre es komplett gekippt, dann wäre ich wieder der Bad Boy, dann hätten sie mich wieder rausgejagt.“ An jenem 19. Mai 2018 sah das Drehbuch aber ein anderes Finale vor. Boateng hat deshalb seinen Frieden mit der Bundesliga und Deutschland insgesamt geschlossen: „Ja, ich bekomme die Anerkennung, die ich auch gebraucht habe.“

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