Bundesliga

Youngster mit Aufstehqualitäten: Frankfurts N’Dicka nach Krise zurück

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Leistungskurve eines jungen Bundesligaspielers geht selten kontinuierlich steil nach oben. Auch Evan N’Dicka, Innenverteidiger von Eintracht Frankfurt, erlebte im letzten halben Jahr eine echte Formkrise. Doch der französische U-Nationalspieler meldete sich eindrucksvoll zurück.

In der Hinserie der vergangenen Saison avancierte Evan N’Dicka bei der Frankfurter Eintracht zum Leistungsträger. Mit seinen damals 19 Jahren gehörte der Linksfuß zu den absoluten Toptalenten der Bundesliga. Mit einer einzigen Ausnahme am 2. Spieltag absolvierte der Innenverteidiger in der Hinrunde alle Ligaspiele für die Hessen von Beginn an. Insgesamt kam der Franzose in seiner Premierensaison auf 27 Ligaeinsätze mit zwei Torbeteiligungen. Ein kometenhafter Aufstieg, den der Jugendnationalspieler hinlegte. Wäre dieser am 18. April 2019 nicht jäh ausgebremst worden. Beim Europa League-Viertelfinale in Lissabon flog N’Dicka bereits nach 20 Minuten vom Platz, wurde zur tragischen Figur bei der 2:4-Niederlage gegen Benfica. Es folgte nur noch ein Ligaeinsatz bei Bayer Leverkusen, wo N’Dicka beim 1:6 gegen die Werkself noch vor der Pause ausgewechselt wurde. Im Anschluss verzichtete Eintracht-Trainer Adi Hütter gänzlich auf die Dienste des Innenverteidigers.

Eindrucksvolles Comeback gegen die Bayern

Auch in der laufenden Saison saß N’Dicka mehr auf der Bank als dass er gespielt hätte. Nur ein Ligaeinsatz an den ersten neun Spieltagen machte deutlich, dass die Krise des Franzosen auch über die Sommerpause hinaus Bestand haben sollte. Eintracht-Legende Alexander Schur stellte schon vor über einem Jahr im Interview mit fussball.news fest, dass es bei jungen Spieler normal sei, dass die Entwicklung zu Beginn positiv verlaufe. „Spannend wird es bei Wellenbewegungen. Wie kommt er dann aus dem Tief raus?“, fragte Schur. N’Dicka beantwortete die Frage mit etwas Anlaufzeit. Nach dem entscheidenden Tor beim 1:0-Auswärtssieg in der Europa League gegen Vitoria Guimares gehörte der Franzose beim furiosen 5:1-Heimerfolg gegen den FC Bayern München erstmals auch in der Liga wieder zur Startelf und meldete sich eindrucksvoll zurück. Seitdem stand er dort bei den Hessen immer in der Anfangsformation. Einzig in der Europa League war er weiterhin Reservist, was allerdings auch der Rotation geschuldet war.

N’Dicka hat die erste Krise überstanden – es geht auch mit Hinteregger 

Begünstigt wurde die positive Entwicklung auch durch die lange Sperre von Eintracht-Kapitän David Abraham und die zeitgleiche Verletzung von Landsmann Almamy Toure. Doch N’Dicka hat die Gunst der Stunde genutzt und gehörte auch zuletzt bei der 1:2-Niederlage der Hessen in Mainz zu den Positiverscheinungen. „Er ist ein sehr guter Spieler“, schwärmte Adi Hütter nach dem Montagsspiel. Der mittlerweile 20-Jährige hat Selbstvertrauen getankt, seine erste Krise als Profi gemeistert und dürfte den Ausfall Abrahams auch weiterhin nutzen, um Eigenwerbung zu betreiben. Dass er als Linksfuß eigentlich mit Martin Hinteregger um den linken Platz in der defensiven Dreierkette konkurriert, spielt aktuell auch keine Rolle. Bleiben beide weiterhin so in Form, hat Eintracht Frankfurt auf lange Sicht ein Top-Innenverteidiger-Duo. Und das mit zwei linken Füßen.

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