Borussia Mönchengladbach

Aufregerszene im Strafraum: Hofmann findet es „Wahnsinn“, Rose beißt sich auf die Zunge

on

Borussia Mönchengladbach konnte seine schwarze Serie gegen Borussia Dortmund auch am Samstagabend nicht beenden und verlor bereits das dritte Aufeinandertreffen der laufenden Saison. Bei der 1:2-Niederlage fühlten sich die Hausherren um einen Strafstoß vor der Pause betrogen. Dan-Axel Zagadou hatte Jonas Hofmann zu Fall gebracht.

Der Franzose bekam einen schwachen Rückpass von Emre Can zugespielt, leitete ihn selbst kaum besser zu Roman Bürki weiter. Vermeintlich auf Nummer sicher gehend stellte er sein Bein in den Laufweg von Hofmann, der den Strafstoß gerne angenommen hätte. Nach dem Spiel und mehrfacher Ansicht der Szene im Video zeigte er sich beim TV-Sender Sky regelrecht entgeistert. „Ich verstehe es nicht. Klar komme ich nicht mehr zum Ball, aber der Ball muss ja nicht im Spiel sein“, so der Mittelfeldspieler. Besonders das Prozedere brachte den früheren Dortmunder dabei in Wallung. „Es ist Wahnsinn“, schoss es gar aus ihm.

Nachfrage beim Schiedsrichter

Er habe beim Referee Sascha Stegemann unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff nachgefragt, wie denn die Verlautbarung des Videoassistenten ausgesehen habe. Der Unparteiische bestätigte nur, dass der Check abgeschlossen wurde. „Das heißt ja, die im Kölner Keller haben gesagt, dass es ganz klar kein Elfmeter sei. Da wünsche ich mir, dass der Schiedsrichter auf dem Feld das entscheiden kann“, so Hofmann. Aufgrund der besonderen Brisanz und der Tragweite der Partie hätte er erwartet, dass die finale Entscheidung von Stegemann gekommen wäre. Dabei unterläuft Hofmann allerdings ein gewisser Denkfehler: Der Hauptschiedsrichter hatte ja schon live entschieden. Und dabei beste Sicht, wie der vermeintlich Gefoulte selbst kommentierte.

„Weiter geht die wilde Fahrt“

Genau das, einen Kommentar oder eine Analyse, verkniff sich sein Chefcoach. Marco Rose biss sich sprichwörtlich auf die Zunge, um ja kein falsches Wort zu verlieren. „Es ist doch egal, wie ich es sehe. Wir haben doch einen Keller, der sicherlich hochqualifiziert Entscheidungen trifft“, so der Ex-Profi. Vor dem Wort ‚hochqualifiziert‘ legte er aber eine unüberhörbare Pause ein. Die Vermutung liegt nahe, dass ihm noch ganz andere Worte eingefallen wären, hätte er sich nicht in Zurückhaltung geübt. „Ich stehe als Trainer hier und unabhängig davon, was ich sage, werde ich mich hintenraus wieder belehren lassen dürfen. Und weiter geht die wilde Fahrt.“ Dass der Übungsleiter von Borussia Mönchengladbach aktuell nicht zu den größten Fans des umstrittenen Videobeweises in der Bundesliga gilt, musste er gar nicht explizit aussprechen.

About Lars Pollmann

Lars Pollmann begann sein Autorendasein als englischsprachiger Blogger (Bleacher Report, Yellowwallpod). Seit 2018 zählt er zur Redaktion von fussball.news. Seine Leidenschaft gehört darüber hinaus dem italienischen Fußball (vor allem Inter Mailand) sowie dem Radsport.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.