Bundesliga

Als Dieter Müller wegen Luka Jovic kurz ins Schwitzen geriet

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Aus der Commerzbank-Arena berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

In der 86. Minute wurde Fortuna Düsseldorf an einem für sie schwarzen Freitagabend erlöst. Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter nahm fünffachen Torschützen Luka Jovic vom Feld. Doch nicht nur die Rheinländer zeigten sich erleichtert.

Dieter Müller, der in der Saison 1977/78 sechs Tore in einem Spiel erzielte, zitterte in der Loge von Eintracht Frankfurt gegen Fortuna Düsseldorf mit. Während Präsident Peter Fischer den Angreifer weiterhin lautstark antrieb, erhoffte sich Müller die baldige Auswechslung von Luka Jovic. Fünf Minute vor dem Ende der Begegnung erhörte ihn Adi Hütter. Der Trainer nahm den Serben, der frenetisch vom Publikum gefeiert wurde, vom Feld und gewährte ihm die verdienten Standing Ovations.

Lob von Hütter

Jovic zeigte in diesen 85 Minuten seine ganze Klasse, vor allem der Treffer zum 2:0 fiel unter die Kategorie „Tor des Monats“: Filip Kostic flankte mit Wucht in den Strafraum, wo der 20-Jährige lauerte und anschließend artistisch per Seitfallzieher vollendete. Es war der Beginn einer Show, in der Jovic alles auspackte, was in ihm steckt. „Er traf mit dem linken und dem rechten Fuß und per Kopf. Er hat aber auch in der Phase, als wir auf Ballbesitz gespielt haben, keinen einzigen Ball verloren“, lobte Hütter den rundum gelungenen Auftritt seines Angreifers. Auf die Nachfrage, ob er denn Potenzial für Weltklasse habe, reagierte der Trainer allerdings noch abwehrend: „Ich will mich mit Superlativen zurückhalten.“

Tolle Zahlen

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Sechs Partien, 297 Spielminuten in der Bundesliga, sieben Treffer – im Schnitt fällt alle 42 Minuten ein Tor, wenn Jovic in der gefährlichen Zone aufkreuzt. Eine solche Entwicklung war noch nicht abzusehen, als Jovic im Sommer 2017 aus der zweiten Mannschaft von Benfica Lissabon kam. Der Stürmer wurde in seiner Heimat als der neue Falcao bezeichnet, doch nach seinem Transfer nach Portugal gelang es ihm nicht, Akzente zu setzen. Er gab einst zu, dass er wohl „nicht so professionell wie nötig“ trainiert habe.

Jovic denkt an Kovac…

Jovic hat sich in dieser Disziplin bei der Eintracht komplett verändert. „Ich wusste, dass ich die Chance habe mich hier durchzubeißen“, gab der Angreifer zu. Vorgänger Niko Kovac habe ihm dabei geholfen, sich als „Spieler und Typ weiterzuentwickeln.“ Hütter gab ihm dann die nötigen Freiheiten, „um mich weiterzuentwickeln.“ Mit seinen fünf Treffern ist er in die Kategorie der ganz großen Stürmer aufgestiegen, etwa zu Robert Lewandowski, der in der Saison 2016/17 gegen VfL Wolfsburg ebenfalls einen Fünferpack schnürte.

… und hebt die Mannschaft hervor

„Das hat aber nicht oberste Priorität“, blieb Jovic bescheiden und betonte: „Es war ganz wichtig für die Mannschaft!“ Um die Wichtigkeit zu untermalen, wiederholte er das Wort „Mannschaft“ dreimal. Der Siegerball wird einen Platz bei „Mama und Papa“ finden. Er blieb gewohnt bescheiden nach dem höchsten Liga-Sieg seit 37 Jahren (9:2 gegen Werder Bremen am 14. November 1981).

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