Bundesliga

96-Fans fordern Abberufung von Vereinspräsident Martin Kind

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Aus Hannover berichtet fussball.news-Reporter Tobias Krause

Der Streit beim Bundesligisten Hannover 96 spitzt sich zu. 96-Fans fordern in einem Newsletter die Abberufung von Vereinspräsident Martin Kind. Als Begründung wird dem Hörgeräteunternehmer vorgeworfen, dem Verein durch sein Handeln erheblichen Schaden zuzufügen. Mit einer Unterschriftenaktion soll die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erreicht werden.

Die IG Rote Kurve (Nachfolger des aufgelösten Fandachverbands „Rote Kurve“) hat in einem Mitgliedernewsletter die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unterstützt. Dieses Vorhaben wurde ursprünglich von der IG Pro Verein 1896 – einem Zusammenschluss von 96-Mitgliedern, die sich gegen die Abschaffung der 50+1-Regel in Hannover aussprechen – ins Leben gerufen. „Wir fordern jetzt die außerordentliche Mitgliederversammlung und die sofortige Abwahl der Mitglieder des Aufsichtsrats, die trotz massiver Gegenstimmen im Verein, im Stadion und in der Stadt Hannover nicht für die Vereinsinteressen einstehen und die 50+1 Regel kippen wollen“, heißt es dazu in dem Newsletter. Außerdem werden die Mitglieder des Aufsichtsrats, die für den Ausnahmeantrag von der 50+1-Regel gestimmt haben, hart angegangen: „Wir Mitglieder haben dem Vorhaben, 50+1 in Hannover zu kippen, ein klares ‚Nein‘ entgegen gestellt. Die Management GmbH sollte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an Martin Kind für 12.750 Euro sprichwörtlich ‚verscherbelt‘ werden. Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde dem Aufsichtsrat und dem Vorstand die Entlastung versagt – unter anderem auch, weil die Aufsichtsratsmitglieder (AR) Dr. Veronika v. Lintel, Michael Beck und Valentin Schmidt ohne die erforderliche Prüfung des Sachverhalts und einem vorliegenden Gutachten zum tatsächlichen Wert der Management GmbH dem Verkauf zustimmten. Die AR-Mitglieder Ralf Nestler und Sebastian Kramer stimmten, im Wissen um den tatsächlichen Wert, gegen den Verkauf von 51 Prozent der Anteile der Management GmbH, um den Wert für den Verein zu erhalten.“

Verkauf unter Wert?

Die Fans werfen den handelnden Personen vor, die Anteile an der Management-GmbH, dem letzten Brückenglied zwischen Verein und Profispielbetriebsgesellschaft, weit unter Wert zu verkaufen: „Damit unserem Verein die 50+1 Regelung erhalten bleibt und bevor der Verkauf der Management GmbH unwiderruflich vollzogen wird, bedarf es nun einer SOFORTIGEN Abberufung der drei Mitglieder des Aufsichtsrates, welche sich klar gegen 50+1 positioniert haben. Diese sind neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Valentin Schmidt, Michael Beck und Dr. Veronika von Lintel. Alle drei befürworten den Verkauf der Management GmbH massiv unter (!) Wert und den damit verbundenen Fall der 50+1 Regelung in Hannover.“ Dies ist nur durch Neuwahl des Aufsichtsrats möglich. Die nächste reguläre Mitgliederversammlung ist für März 2019 vorgesehen. Das ist den Fans zu spät, da das durch Martin Kind angerufene DFL-Schiedsgericht in Kürze über seinen Einspruch zur Ablehnung der Ausnahmegenehmigung von 50+1 entscheiden wird.

„Kind fügt erheblichen Schaden zu“

Außerdem wird Martin Kind vorgeworfen, einen Vorteil aus dem Verkauf der Anteile zu erzielen: „Ein existierendes Gutachten, was dem Aufsichtsrat wie auch dem Vorstand vorliegt, schätzt den Wert der Management GmbH auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Hannover 96 würden, bei einem Verkauf für den oben genannten Preis, Einnahmen in Millionenhöhe entgehen – zum persönlichen Vorteil der Privatperson Martin Kind.“ Das erlaubt für die Anhänger nur einen Schluss: „Den Vorstand um Martin Kind und Uwe Krause gilt es danach abzuberufen, da diese aktuell durch ihr Handeln dem Verein erheblichen Schaden zufügen.“ So offen wurde der 96-Präsident bisher noch nie angegangen.

Unterschriftenaktion geplant

In Bezug auf den Erhalt von 50+1 sei es in Hannover „fünf vor zwölf“. Deshalb wird jedes Mitglied aufgerufen, einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auszufüllen und eigenhändig zu unterschreiben. Eine Abgabe kann offenbar beim Heimspiel am Samstag gegen den VfB Stuttgart am Stand der Roten Kurve im Stadion erfolgen. Gelingt das Sammeln der notwendigen Unterschriften, könnte es für Präsident Kind bald sehr ungemütlich werden.

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