2. Bundesliga

74 Millionen Verlust in neun Jahren: „Düsteres Bild“ beim HSV

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Der sportliche Abstieg des Hamburger SV vom regelmäßigen Europa-Cup-Teilnehmer zum Zweitligisten hat auch großen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Die Folge sind enorme Verluste, sinkende Einnahmen in allen Bereichen und eine erhebliche Reduzierung der Personalkosten.

Während der Hamburger SV in der Bundesliga für alle Mitarbeiter 74 Millionen bezahlte, sanken die Ausgaben in der letzten Saison 2018/2019 auf 47 Millionen. Trotzdem hat der Klub sein neuntes Minus in Folge geschrieben – insgesamt belaufen sich die Verluste seit 2011 zusammengerechnet auf gigantische 74 Millionen Euro! Allein unter Finanzvorstand Frank Wettstein, seit 2014 im Amt, erwirtschaftete der HSV ein Minus von 44 Millionen.

Zahlreiche Fehlinvestitionen in den Kader

Im Interview mit HSV.de bezog Wettstein Stellung zur wirtschaftlichen Entwicklung der Hamburger: „Der isolierte Blick auf diese Kennzahl zeigt sicher ein düsteres Bild. Dabei ist es unerheblich, ob der Verlust in dieser Höhe in einem Geschäftsjahr entsteht oder über fünf Jahre angesammelt wird.“ Eine der Hauptursachen für die Misswirtschaft in den vergangenen Jahren waren zahlreiche Fehlinvestitionen in den Profikader. Obwohl der HSV auch im zehnten Jahr in Folge einen Verlust ausweisen wird, glaubt der Finanzvorstand weiter an eine positive Entwicklung für die Zukunft. „Wir haben weiterhin ein gutes Eigenkapitalpolster und halten ausreichend Finanzreserven in Form von Liquidität und Kreditlinien vor. Wenn wir dies so beibehalten, dann wird das Ziel in absehbarer Zeit erreicht, aber eben nicht einmalig, sondern nachhaltig“, sagt Wettstein.

About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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