Borussia Dortmund

4:3 gegen Augsburg: Alcacer und Götze sorgen für BVB-Ekstase

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Es gibt wohl wenige Klischees im Fußball, die so ausgelutscht sind wie jenes von den Geschichten, die angeblich nur dieser Sport schreiben soll. Es gibt allerdings auch Tage, da scheint etwas an diesem Spruch dran zu sein. Der 4:3-Heimerfolg von Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg bietet jedenfalls genügend Stoff für Geschichten.

Vier Tore zwischen der 80. und der sechsten Minute der Nachspielzeit wären schon alleine der Stoff, aus dem legendäre Fußballspiele gemacht sind. Doch mit den BVB-Torschützen Paco Alcacer und Mario Götze erhalten sie eine besondere Pointe. Der Spanier traf zum Auftakt in die wilde Schlussphase zum 2:2, bevor der Weltmeister von 2014 scheinbar das Happy-End mit dem Führungstor erzielte. Nach dem Rückschlag durch den dritten Augsburger Treffer von Michael Gregoritsch besorgte wiederum Alcacer mit einem direkten Freistoß den Endstand.

Alcacer mit absurden Statistiken

„Ein sehr, sehr, sehr guter Transfer“, lobte Trainer Lucien Favre anschließend, sei die späte Ausleihe des 25-Jährigen gewesen. Der Stürmer steht nun bei absurden sieben Pflichtspieltreffern in 171 Minuten Einsatzzeit. Wären die Zahlen alleine nicht schon beeindruckend genug, ist es seine Spielweise umso mehr. Mit seinen intelligenten Laufwegen, kurzen Ablagen und dem ständigen Bestreben, mit einem Kontakt zu spielen, hat der BVB den idealen Stürmer für den neuen Trainer gefunden. „Möglicherweise“, so die Leihgabe des FC Barcelona nach der Partie bei Sky ganz bescheiden, sei es der beste Moment seiner Karriere.

„Tore sind nicht das wichtigste“

„Die Tore sind nicht das wichtigste, sondern, dass man der Mannschaft helfen kann“, sagte Alcacer weiter. „Natürlich am besten mit drei Toren und einem Sieg wie heute.“ Er fühle sich ausnehmend wohl in der Mannschaft und mit dem Trainerteam. „Warum nicht“, antwortete er auf die Frage, ob er denn nach seiner Leihe beim BVB bleiben wolle. Die Verantwortlichen können sich schon jetzt auf die Schulter klopfen. Die Kaufoption in Höhe von 23 Millionen Euro scheint schon nach wenigen Wochen von Alcacer in Schwarzgelb eine überaus lohnende Investition zu sein.

Saisondebüt für Götze

Angesichts des Hattrick des Spaniers ging beinahe unter, dass Götze eine kleine Wiederauferstehung feierte. Zum ersten mal seit Mitte September überhaupt im Kader der Dortmunder, kam der 26-Jährige zu seinem Saisondebüt. Dabei profitierte er freilich vom verletzungsbedingten Fehlen von Shinji Kagawa, Christian Pulisic und Marius Wolf. Es waren gleichzeitig die ersten Einsatzminuten für Götze in einer Rolle, die ihm schmeckt: Als Mittelfeldspieler in einer tieferen Position hinter Alcacer als Stürmer und Kapitän Marco Reus als Halbspitze. Der WM-Held von 2014 nutzte die größeren Freiheiten als bei seinen bisherigen Auftritten gegen Greuther Fürth im DFB-Pokal und beim FC Brügge in der Champions League.

Publikum beweist Gespür

Nicht zuletzt bei seinem eigenen Treffer, als er aus der Tiefe die Situation erkannte und sich bei einem Dribbling von Rechtsverteidiger Achraf Hakimi mit einem Lauf in den Strafraum anbot. Der Marokkaner servierte den Ball, Götze nahm ihn mit einer eleganten Bewegung mit und schloss eiskalt gegen Torhüter Andreas Luthe ab. Es war ein Moment der Befreiung für den zuletzt gebeutelten Mittelfeldmann. Schon bei seiner Einwechslung hatte das Publikum im Signal Iduna Park das richtige Gespür bewiesen und ihn mit lautstarkem Beifall begrüßt. Mit seinem Treffer brachte Götze das Stadion endgültig zum kochen.

Favre lobt „fantastische Mentalität“ von Götze

Für den 26-Jährigen kann sein Jokertor nur der erste Schritt zurück zur fußballerischen Normalität sein. Favre lobte in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel die „fantastische Mentalität“, mit der er zuletzt trainiert habe. „Wie wir das immer betont haben, er ist ein außergewöhnlicher Fußballer“, sprach auch Kapitän Reus bei Sky seinem Mitspieler weiter Mut zu. Das 4:3 gegen Augsburg könnte somit nicht nur für die BVB-Saison ein ganz wichtiger Meilenstein gewesen sein. Sondern auch für die persönliche Zukunft von Götze. Dass sich die größere Aufmerksamkeit auf Alcacer richten wird, muss dabei kein Nachteil sein.

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