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2. Bundesliga

3 Gründe für die historische Derby-Niederlage des HSV

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Von fussball.news-Reporter Daniel Jovanov

Als der FC St. Pauli das letzte Mail ein Heimspiel gegen den Hamburger SV gewann, waren die meisten Zuschauer im Stadion oder vor den Bildschirmen wahrscheinlich noch gar nicht geboren. Unglaubliche 60 Jahre mussten die „Braun-Weißen“ auf einen Heimsieg warten, als die Spielklasse noch „Oberliga Nord“ hieß. Der Jubel auf den Tribünen und auf dem Rasen fiel entsprechend euphorisch aus, weil den Kiez-Kickern mit dem 2:0-Erfolg am Montag gleichzeitig die Revanche für das 0:4-Debakel aus der letzten Saison gelang. Der HSV wiederum verlor ausgerechnet im Derby sein erstes Pflichtspiel unter der Leitung von Trainer Dieter Hecking. fussball.news nennt drei Gründe, warum das Spiel aus Sicht der Rothosen verloren ging.

Passive erste Halbzeit

Solch eine Leistung hat man unter der Regie von Hecking noch nicht gesehen: Der HSV startete souverän in die erste Halbzeit, gab allerdings viel zu schnell die Kontrolle über das Spiel ab und lief den Rivalen phasenweise nur hinterher. Das lag unter anderem an der taktischen Marschroute. Sonny Kittel und Lukas Hinterseer sollten den Spielaufbau des Gegners früh unter Druck setzen. Allerdings klaffte zwischen der ersten Pressinglinie und den übrigen Mannschaftsteilen eine zu große Lücke. Der HSV fand kein Mittel, um die Kontrolle über das Spiel zurückzugewinnen.

St. Pauli war geiler auf den Derbysieg

Auf der anderen Seite zeigten die Gastgeber eine konzentrierte Defensivleistung und erstickten die Bemühungen des HSV schon im Keim. Gegen tief und kompakt stehende St. Paulianer gab es kaum Lücken oder freie Räume, um Pässe in die gefährlichen Zonen zu spielen. Zudem zeigten sich die Gastgeber in den Duellen bissiger und agiler, während sich der HSV mit einigen ungenauen Zuspielen selbst in Gefahr brachte. Die Rothosen waren weit von ihrer Top-Form entfernt. St. Pauli hingegen kaschierte spielerische Defizite mit Leidenschaft und Kampfgeist.

Kommt der HSV nicht mit Favoritenrolle klar?

Eine Sache kann man über den HSV in Anbetracht der Vergangenheit mit Gewissheit sagen: die Rolle des Favoriten liegt ihm nicht. Wenn die meisten Fans und Beobachter in einem Spiel viel vom HSV erwarten, folgt in der Regel die Enttäuschung. So auch im Stadtderby gegen St. Pauli. Die Favoritenrolle sorgt entweder für zu viel Druck, oder für zu viel Bequemlichkeit. Der HSV schwebte nach dem Weiterkommen im DFB-Pokal und fünf ungeschlagenen Ligaspielen in Folge kurz auf einer Welle der Euphorie. Für den nach dem Aufstieg drängenden HSV ist es wohl ein Warnschuss zur rechten Zeit.

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About Daniel Jovanov

Daniel Jovanov zählt zu den führenden Reportern in Sachen Hamburger SV. Er berichtet unter anderem für die ZEIT und NDR.de. Seit Sommer 2019 zählt er auch zum Autorenteam von fussball.news. Sein Buch über den HSV „Der Abstieg: Wie Funktionäre einen Verein ruinieren“ (Rowohlt-Verlag; 2018) zählte zu den Bestsellern im Bereich Fußball-Bücher.

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