Borussia Dortmund

3:0 gegen Monaco: Ein BVB-Sieg mit der Favre-Methode

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Der starke Saisonstart von Borussia Dortmund unter Trainer Lucien Favre geht weiter. Am Mittwochabend blieben die Schwarzgelben auch im neunten Pflichtspiel unter dem Schweizer ungeschlagen. Das 3:0 gegen die AS Monaco verlief nach bekanntem Muster: Der BVB überrollt seine Gegner aktuell in den zweiten Halbzeiten.

Nimmt man alle Wettbewerbe zusammen, hat Dortmund in diesen neun Partien starke 25 Treffer markiert. Lediglich sechs davon gelangen in ersten Halbzeiten. Zum Bundesliga-Auftakt gegen RB Leipzig traf der BVB dreimal vor der Pause, zudem einmal gegen Eintracht Frankfurt und zweimal gegen den 1.FC Nürnberg. Alle übrigen Treffer erzielte das Team nach dem Halbzeitpfiff. Bei einer solchen Häufung kann es nicht um reinen Zufall gehen. Das Spiel gegen die Monegassen liefert gutes Anschauungsmaterial, warum der BVB seine Gegner vielmehr mit Methode schlägt.

Großer Fokus auf Stabilität

Auch gegen die in der Ligue 1 als Tabellen-18. lausig gestarteten Gegner vom Mittwoch setzte Favre zu Spielbeginn einen Schwerpunkt auf Stabilität. Mit Abdou Diallo statt Achraf Hakimi wählte er die defensivere Variante auf der Linksverteidiger-Position, wo Marcel Schmelzer ausfiel. Im Mittelfeld spielte der physische Dauerläufer Thomas Delaney anstelle einer spielstärkeren Option wie Mahmoud Dahoud oder Julian Weigl. Auf dem linken Flügel begann der taktisch disziplinierte Marius Wolf statt Shooting-Star Jacob Bruun Larsen. Den einzigen Luxus, wenn man so will, gönnte sich Favre mit der Nominierung von Jadon Sancho auf der rechten Seite.

Kreative Defizite nimmt Favre in Kauf

Ein gewisses Defizit an Kreativspielern nimmt der 60-Jährige gerade zu Spielbeginn in Kauf. Dass sein Team dabei trotzdem nicht immer sicher steht und schon häufiger einem Rückstand hinterher lief, ist wohl unter dem Entwicklungsprozess einer insgesamt jungen Mannschaft zu verbuchen. Gegen Monaco gelang es, die Null zu halten. Auch wenn die Gäste ein optisches Übergewicht hatten, viele zweite Bälle gewannen und es dem BVB schwer machten, den Ballbesitz tief in die gegnerische Hälfte zu verlagern.

Einzelspieler machen regelmäßig den Unterschied

Diese Defizite bereiten Favre keine Sorgen, weil er genau weiß, dass seine Offensivspieler jederzeit mit einer Aktion in der Lage sind, die Statik des Spiel zu seinen Gunsten zu verändern. Am Mittwoch war es eine Ko-Produktion des 18-jährigen Sancho und des Champions-League-Debütanten Bruun Larsen, die nach sechs Minuten in der 2. Halbzeit den BVB auf die Siegerstraße brachte. Der Däne ersetzte zur 2. Hälfte Wolf. Mit seinen Wechseln liegt Favre zurzeit nahezu immer richtig. Alleine in den drei vergangenen Spielen gegen den 1.FC Nürnberg, Bayer Leverkusen und Monaco hat der BVB fünf Jokertore erzielt.

Führung verändert alles

Mit einer Führung im Rücken ist Dortmund kaum wieder zu erkennen. Angriff um Angriff rollen die Schwarzgelben auf das gegnerische Tor, zeigen plötzlich Kombinationen, die bei ausgeglichenem Spielstand selten überhaupt nur versucht werden. So erklärt sich, dass die Schleusen häufig öffnen und Dortmund mit Regelmäßigkeit Partien vom Ergebnis klarer gestaltet, als sie über die längste Spielzeit wirkten. Nach neun Pflichtspielen kann das kein Zufall sein: Es ist eine Qualität.

Weiterhin gute Absicherung

Wichtig bleibt für Favre dabei aber, dass die Führung nach hinten ordentlich abgesichert ist. Dafür zeichnet vor allem Axel Witsel verantwortlich, der mit seiner Ruhe und Ausstrahlung großen Halt gibt. Der Belgier spielt nahezu fehlerfrei und schirmt seine Defensive optimal ab. Gerade in seinem Zusammenspiel mit Manuel Akanji, über 90 Minuten der stärkste BVB-Spieler gegen Monaco, schafft es Dortmund, seine Führungen sehr sicher wirken zu lassen. Hochprozentige Torchancen sind für die Gegner spätestens nach dem ersten Treffer der Schwarzgelben absolute Mangelware.

Nahezu perfekte Symbiose

Insofern hat Favre eine nahezu perfekte Symbiose beim BVB geschaffen. Das Spiel gegen die Monegassen stellt dabei so etwas wie den Optimalfall dar: In der 1. Halbzeit steht sein Team sicher und schafft sich eine Basis für den zweiten Durchgang. Irgendwann zünden die herausragenden Einzelspieler und bringen sein Team auf die Siegerstraße. Nach der Führung spielt Dortmund wie entfesselt auf und überrumpelt seine Gegner. Dieses Schema hat der BVB unter Favre schnell verinnerlicht. Es kann die Mannschaft weit tragen.

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