Bundesliga

20 Millionen: Wie viel ist Jovic tatsächlich wert?

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Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Christopher Michel

Eintracht-Stürmer Luka Jovic wurde nach seinem Fünferpack gegen Fortuna Düsseldorf (7:1) bundesweit gefeiert. Der 20-Jährige hat seine ganze Klasse gezeigt und danach viel Lob eingeheimst. Bei transfermarkt.de wurde sein Marktwert vor Kurzem auf 20 Millionen Euro erhöht. Ist Jovic bereits so viel wert?

Als Luka Jovic im Sommer 2017 von der zweiten Mannschaft von Benfica Lissabon bei Eintracht Frankfurt anheuerte, wurde der Marktwert des „serbischen Falcao“ auf zwei Millionen Euro geschätzt. In Zeiten, wo 18- oder 19-Jährige im mittleren zweistelligenen Millionenbereich gehandelt werden, eine auf europäischem Niveau äußerst bescheidene und kaum wahrnehmbare Summe.

Bobic hatte ihn schon frühzeitig auf dem Zettel

Doch die Eintracht war überzeugt, Sportvorstand Fredi Bobic hatte ihn bereits in seiner Zeit als Verantwortlicher beim VfB Stuttgart im Blick. Die Fähigkeiten waren also bekannt, jetzt mussten sie von Niko Kovac und seit diesem Sommer Adi Hütter ausgeschöpft werden. Jovic zeigte bereits in der ersten Spielzeit seine Klasse: Er ist beidfüßig, kann sich in Kopfballduell und engen Zweikämpfen behaupten, die Bälle festmachen und oftmals eiskalt verwerten. Im Strafraum wird er deshalb mit Gerd Müller verglichen, doch in dem Junioren-Nationalspieler steckt vor allem technisch noch mehr Potential.

Traumtore gegen Düsseldorf und Schalke

Ein Beleg dafür war nicht erst der traumhaft schöne Seitfallzieher gegen Düsseldorf. Bereits in der vergangenen Spielzeit erzielte Jovic artistisch per eingesprungenem Hackenabschluss gegen den FC Schalke 04 (1:0) im DFB-Pokal-Halbfinale den entscheidenden Treffe und legte somit den Grundstein für den großen Triumph im Finale gegen den FC Bayern München (3:1).

In dieser Riege befindet sich Jovic

Doch rechtfertigen 18 Treffer und drei Vorlagen in 37 Pflichtspielen eine Verzehnfachung des Marktwerts? Jovic teilt sich europaweit mit Spielern in seinem Jahrgang wie Ademola Lookman, Rodrigo Bentancur, Europameister Renato Sanches oder Youri Tielemans den 24. Platz. Aus der Bundesliga wurden die vier Akteure Amine Harit, Jean-Kevin Augustin, Santiago Ascacibar (je 25 Millionen) und Leon Bailey (45 Millionen) höher eingestuft. Die Topleute Gabriel Jesus und Ousmane Dembele (je 80 Millionen) sind hingegen weit weg – und alleine durch ihr Profil (Stammspieler bei europäischen Topteams und in der Nationalmannschaft) zurecht dort angesiedelt.

Potenzial zur Weltklasse

Spätestens nach seinem Fünferpack gegen Düsseldorf hat sich Jovic in die Kategorie derer geschossen, die für eine Ablösesumme von 20 Millionen und mehr wechseln könnten. Die Eintracht besitzt die Option, ihn bis zum 30. April 2019 fest unter Vertrag zu nehmen. Sportdirektor Bruno Hübner bestätigte bereits, dies tun zu wollen, die Hessen müssen geschätzt acht bis zehn Millionen für ihn bezahlen – ein Schnäppchen bei der Quote, die der Hochbegabte garantiert. Sollte Jovic noch konzentrierter und konsequenter bei Eins-gegen-eins-Situationen werden und die „sicheren“ Treffer einen Tick konstanter verwerten, wird er für Frankfurt langfristig wohl kaum zu halten sein. Trainer Adi Hütter ließ sich daher auch zu einem Superlativ hinreißen: „Luka hat das Potenzial zu einem Weltklassestürmer.“

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