DFL-Boss ruft zur Sparsamkeit auf

Zuschauereinnahmen 2020/21 für Seifert nicht mehr realistisch

Seifert ruft zur Sparsamkeit auf. Foto: Andreas Schlichter/Getty Images for DFB
Seifert ruft zur Sparsamkeit auf. Foto: Andreas Schlichter/Getty Images for DFB

In der Bundesliga halten endgültig wieder die Geisterspiele Einzug. Folgend dem Beschluss der Bundesregierung und der Landesregierungen unter der Woche sind im Monat November keine Zuschauer im Profisport zugelassen. Christian Seifert glaubt nicht an eine enge zeitliche Beschränkung.

"Es wäre schon sehr optimistisch, jetzt noch davon auszugehen, dass in der laufenden Saison in großem Stil Zuschauereinnahmen fließen", so der Sprecher des DFL-Präsidiums gegenüber dem Handelsblatt. Passend dazu hatte die Bild-Zeitung berichtet, der Ligaverband habe seinen 36 Mitgliedern schon vor dem Saisonstart empfohlen, ohne entsprechende Gelder zu planen. Auch Seifert spricht nun eine Empfehlung an die Bundesliga-Vertreter aus. "Jeder Klub ist in diesen Tagen gut beraten, die Fixkosten zu drücken. Und dazu gehören auch die Personalkosten."

"Oberstes Ziel": Spielbetrieb aufrechterhalten

Tatsächlich haben sich auf dem Transfermarkt bereits viele Vereine im vergleichsweisen Verzicht geübt, das Gehaltsniveau ist an vielen Standorten der Bundesliga womöglich als nächstes dran. Seifert hadert derweil gewissermaßen mit der Entscheidung zu Geisterspielen, verweist auf funktionierende Hygiene-Konzepte, die an den ersten Spieltagen zumindest teilweise die Rückkehr der Fans ins Stadion ermöglicht hatten. Jedoch trägt auch die DFL die Maßnahmen mit. "Oberstes Ziel ist es, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Davon hängt alles ab: Die TV-Erlöse und auch die Einnahmen aus dem Sponsoring", erklärt Seifert.

Bis zu "400 Klubs in Europa in existenzieller Krise"

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind dabei natürlich nicht nur auf die Bundesliga bezogen. Vielmehr beschäftigen sie den Profifußball auf der ganzen Welt. "Zwischen 300 und 400 Klubs in Europa könnten in eine existenzielle Krise geraten", erklärt Seifert. "Hochrechnungen zeigen, dass in den nächsten zwei Jahren in den europäischen Ligen zwischen sechs und acht Milliarden Euro fehlen werden." Es werden also nachhaltige Umwälzungen unvermeidbar sein. Seifert selbst begleitet die als Kopf der DFL nur bis Ende Juni 2022, wie er Anfang der Woche mitteilte. In der Bundesliga wurde der Abschied des 51-Jährigen mit Bedauern aufgenommen.

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Lars Pollmann  
30.10.2020