Zwischen Genie und Wahnsinn

Zorc-Lob für Brandt - aber: Noch zu viele "unforced errors"

Julian Brandt ist bei Borussia Dortmund stets gesetzt.
Julian Brandt ist bei Borussia Dortmund stets gesetzt. Foto: Getty Images

Julian Brandt kann bei Borussia Dortmund mindestens als guter Einkauf gewertet werden. Doch wer genauer hinsieht, der erkennt auch noch Luft nach oben. Sportdirektor Michael Zorc etwa verteilt Lob - aber auch Tadel.

Wenn Julian Brandt einen guten Tag erwischt, dann vereint der Nationalspieler so viele Qualitäten: Übersicht, Spielfreude, Kreativität, Dribbel- und Passstärke. "Julian ist ein hervorragender Fußballer und besitzt noch ein unheimliches Potenzial. Er ist unheimlich aktiv auf dem Platz, fordert den Ball, spielt selbstbewusst und versteckt sich nicht", sagte Michael Zorc dem kicker.

BVB zufrieden mit dem Brandt-Transfer

Für Borussia Dortmund jedenfalls steht fest: 25 Millionen Euro für Brandt waren sehr gut angelegtes Geld. Der gebürtige Bremer passt in den Ruhrpott, er hat dem BVB im Zentrum gut getan. Sieben Treffer, 13 Vorlagen und zehn vorletzte Zuspiele sind eine starke Bilanz, dazu kommen noch Tempo und Technik. Einen "Wow-Fußballer" nannte ihn einst die Süddeutsche Zeitung.

Aber: Noch zu viele "unforced errors"

Doch dann ist da noch andere Seite der Medaille, er bewegt sich teilweise innerhalb einer Partie zwischen Genie und Wahnsinn. Brandt erzielt in der Partie gegen RB Leipzig (3:3) erst das "Tor des Monats", um dann nur 20 Minuten später einen fatalen Fehlpass, der zum Gegentor führt, zu spielen. Ein sogenannter "unforced error", wie es im Tennis heißt. Zorc gab nämlich auch zu: "Davon macht er aktuell noch zu viele." Doch der seit 2. Mai 24 Jahre alte Offensivmann ist in dieser Disziplin noch nicht am Ende seiner Entwicklung: "Julian weiß aber selbst gut genug, dass er an diesem Punkt und am Spiel gegen den Ball weiter arbeiten muss."

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Christopher Michel  
27.07.2020