Trainer wünscht sich noch mehr Spieler

Zorc blockt leise Favre-Ansprüche: "Transfermarkt kein Wunschkonzert"

Bei der Einschätzung des BVB-Kaders sind Favre und Zorc wohl ein Stück weit auseinander. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Bei der Einschätzung des BVB-Kaders sind Favre und Zorc wohl ein Stück weit auseinander. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund hat mit der Leihe von Reinier von Real Madrid schon einen Transfer mehr getätigt, als die meisten Beobachter für diesen Sommer erwartet haben. So ganz zufrieden mit seinem Aufgebot ist Lucien Favre aber noch nicht. Seine leisen Ansprüche auf weitere Transfers blockt Michael Zorc jedoch ab.

Der Chefcoach hat zuletzt überraschend betont, er erwarte für die kommende Saison zwei vollwertige Mannschaften, um auf allen Positionen rotieren zu können. Dafür fehlt es dem BVB augenscheinlich etwa an einem Linksverteidiger, weil Nico Schulz kaum eine Rolle spielen wird. Auch in der Innenverteidigung, auf den offensiven Außen oder im Sturm wären theoretisch noch Kapazitäten für einen neuen Spieler vorhanden. "Durch die Corona-Krise ist die  Situation auf dem Transfermarkt kein Wunschkonzert, wir müssen vor allem auch die wirtschaftliche Lage des Klubs im Blick behalten", zitiert Sport Bild Zorc jedoch.

"Finde, dass wir gut aufgestellt sind"

"Ich finde, dass wir gut aufgestellt sind", sagt der Sportdirektor. Eine durchaus klare Ansage in Richtung des Trainers, der in seinen bisherigen beiden Jahren beim BVB nie damit auffällig wurde, sich mit extravaganten Wünschen auf dem Transfermarkt herumzuschlagen. "Durch die Ballung der Spieltermine werden die nächsten Monate sehr herausfordernd für uns, darüber sind wir uns intern alle einig", sagt Zorc. "Deshalb versuchen wir, den Kader für die neue Saison auch in der Breite gut aufzustellen." Allerdings teilen Trainer und Sportdirektor wohl nicht die Einschätzung, inwieweit diese breite Aufstellung des BVB bereits abgeschlossen ist.

"Umgang obliegt dem Trainer"

Das Magazin mutmaßt, Favre spüre den Druck seines auslaufenden Vertrags. Eine Verlängerung dürfte es nur geben, wenn der Schweizer den entscheidenden Schritt nach vorn schafft und mit Dortmund einen ersten großen Titel holt. Öffentlich würden Zorc und Co. einer solchen Idee nie Gehör verleihen. Wohl aber merkt der Sportdirektor an: "Der Umgang mit diesem Kader obliegt nun dem Trainer." Spätestens ab Oktober wird der entscheidend sein, denn da geht es mit dem Eintritt in die Gruppenphase der Champions League für den BVB im Dreitagesrhythmus von Spiel zu Spiel.

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Lars Pollmann  
26.08.2020