Union-Boss hofft auf Veränderungen

Zingler: DFB-Team "immer weiter vom Fußballfan entfremdet"

Die Marke Nationalmannschaft kommt bei Zingler nicht gut an. Foto: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images
Die Marke Nationalmannschaft kommt bei Zingler nicht gut an. Foto: RONNY HARTMANN/AFP via Getty Images

Union Berlin verbringt die kurze Winterpause der Bundesliga auf Platz sechs. Am Saisonende würde der für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Die Eisernen sind so die positive Überraschung des Jahres. Am anderen Ende des Spektrums sehen viele die Nationalmannschaft.

Auch Klub-Präsident Dirk Zingler reiht sich in die Riege der scharfen Kritiker ein. Ihm geht es dabei weniger um die sportlichen Belange als um die Außendarstellung, die der DFB und sein Flaggschiff Nationalmannschaft abgeben. "Die Entwicklung der Nationalmannschaft hin zur Marke 'Die Mannschaft' hat diese von Jahr zu Jahr immer weiter vom eigentlichen Fußballfan entfremdet", sagt der 56-Jährige gegenüber der Berliner Zeitung.

"Zu starke Marken- und TV-Ausrichtung"

Der Union-Boss ärgert sich beispielsweise über späte Anstoßzeiten, hohe Ticketpreise und fehlende Stehplätze bei Länderspielen. "Die Reglementierungen und die zu starke Marken- und TV-Ausrichtung entfremdet den Menschen vom Fußball", sagt Zingler. Es sei nun die passende Gelegenheit gekommen, infolge der Einschnitte durch die Corona-Pandemie nachhaltige Veränderungen anzustoßen.

"Da sollten wir mutig sein"

"Da sollten wir mutig sein", sagt Zingler, und hofft, "dass der DFB bei sich anfängt und sich dafür in den internationalen Verbänden, der UEFA, der Fifa, einbringt". Allerdings fehle ihm der Glauben in die handelnden Personen, etwa Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff. Interne Querelen beim DFB haben zuletzt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem Präsident Fritz Keller gilt keine eineinhalb Jahre nach seiner Wahl als angeschlagen.

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Lars Pollmann  
25.12.2020