Ex-Keeper Rynio

" Zieler ist jetzt nicht auf einmal schlechter als Esser"

Zieler steht bei Hannover womöglich auf dem Abstellgleis. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images
Zieler steht bei Hannover womöglich auf dem Abstellgleis. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Hannover 96 befindet sich im Vergleich zu den meisten Klubs aktuell beinahe im Kaufrausch. Binnen kurzer Zeit hat der Zweitligist drei neue Spieler unter Vertrag genommen. Für Gesprächsstoff sorgt aber vor allem eine vermeintliche Rolle Rückwärts im Tor. Gerüchte drehen sich um eine Rückkehr von Michael Esser, den im Vorjahr Ron-Robert Zieler verdrängt hatte.

Der Weltmeister von 2014 kam seinerzeit selbst vom VfB Stuttgart zurück an die Leine, konnte dort aber in der abgelaufenen Saison nicht vollends überzeugen. Dennoch mutet die Thematik seltsam an. H96, so die einhellige Meinung, hat unnötig ein Fass aufgemacht. Jürgen Rynio sieht ein eindeutiges Kalkül. "Ich denke, das Thema wird das Finanzielle sein. 96 wird versuchen, einen sparsameren Kader zusammenzustellen", so der Ex-Torhüter gegenüber dem Portal Sportbuzzer. Zwar attestiert auch der 72-Jährige, der nach dem Ende der aktiven Laufbahn als Torwarttrainer tätig war, Zieler keine bärenstarke Saison. Deshalb kann er aber nicht nachvollziehen, warum jetzt gerade Esser zurückkehren sollte

"Baustellen liegen ganz woanders"

"Zieler ist jetzt nicht auf einmal schlechter als Esser. Esser hat in seiner Karriere nicht das erreicht, was Zieler erreicht hat – das darf man auch nicht vergessen", sagt Rynio. Immerhin gehörte der in die Kritik geratene Schlussmann über einige Jahre zum festen Kreis der Nationalmannschaft. Mit seinen 31 Jahren sei der gebürtige Kölner nun sicherlich "nicht so schlecht geworden, dass man ihn nicht mehr gebrauchen kann". Bei Esser stelle sich zudem die Frage, wie der potenzielle Rückkehrer aus einer langen Pause komme. Schließlich hat der aktuell vereinslose 32-Jährige sein letztes Pflichtspiel am 01. November bestritten. Die Rückrunde verbrachte er als Ersatzmann bei der TSG Hoffenheim. Rynio stimmt insgesamt in den Chor derer ein, die die Diskussion unnötig finden. "Die Baustellen liegen ganz woanders", sagt er und wünscht sich vor allem mehr Kreativität auf dem Weg nach vorn.

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Lars Pollmann  
23.07.2020