Debüt als Gladbach-Chef

Zickler als Rose-Vertreter: "Es war eine komische Situation"

Sonst mehr im Hintergrund: Co-Trainer Alexander Zickler (M.) bekam bei Borussia Mönchengladbach die volle Verantwortung.
Sonst mehr im Hintergrund: Co-Trainer Alexander Zickler (M.) bekam bei Borussia Mönchengladbach die volle Verantwortung. (Foto: Lars Baron/Getty Images)

Kaum ist Alexander Zickler als Cheftrainer im Spielbericht eingetragen, schon gewinnt Borussia Mönchengladbach mit 8:0. Zwar macht ihn der deutliche Sieg gegen den FC Oberneuland im DFB-Pokal stolz, dennoch weiß der gebürtige Thüringer, wer den größten Anteil am Ergebnis hat - sein Boss!

Aus dem Borussia-Park berichtet fussball.news-Reporter Tom Jacob

Weil der eigentliche Cheftrainer Marco Rose wegen einer Rotsperre in der ersten Runde des DFB-Pokals fehlte, musste der 44-Jährige folglich ersetzt werden. Noch vor der Partie hieß es, dass das Co-Trainer-Gespann um Alexander Zickler, Rene Maric und Frank Geideck gemeinsam übernimmt. Allerdings durfte nur ein Name auf dem Aufstellungsbogen stehen - somit entschied man sich für Zickler. Die Lorbeeren für den 8:0-Sieg wollte sich der 46-Jährige aber nicht allein aufsetzen. "Wir sind ein Team", stellte er auf der Pressekonferenz nach dem Triumph klar. Außerdem habe Rose noch selbst die Abschluss-Sitzung geführt. "Danach war Funkstille", so Zickler.

Rose schwor vorab die Mannschaft ein

Dass Rose die Mannschaft vorher noch einmal persönlich einschwor, bestätigte auch Mittelfeldspieler Jonas Hofmann. "Er hat uns im Hotel noch heiß gemacht in der Besprechung", sagte der 28-Jährige bei Sky. Danach habe das Gespann Geideck, Zickler und Maric bei Borussia Mönchengladbach übernommen. "Auch die haben uns dann heiß gemacht und gut drauf eingestellt. Da muss man auch mal ein Kompliment machen", lobte der Torschütze zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung.

Zickler, im Vergleich der ruhigere Trainer

Rose und Zickler kennen sich schon seit langem. Bereits in Österreich, zuletzt bei RB Salzburg, arbeiteten die beiden als Team zusammen. "Einerseits war es eine komische Situation, anderseits ist man schon auch stolz darauf", beschrieb Zickler seine Gefühle als vertretender Chef an der Seitenlinie. Während Rose eher dafür bekannt ist, energisch die Coachingzone hin und her zu wandern, sah man Zickler von der Pressetribüne aus fast gar nicht. Gefühlt stand er jeweils nur zum Applaus der acht Tore auf. "Die Jungs haben das super gemacht auf dem Feld. Warum muss ich mich da hinstellen und künstlich was machen?", fragte Zickler verwundert: "Die Mannschaft hat das, was Marco vorgegeben hatte, hervorragend umgesetzt. Und wir haben es genossen." 

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Tom Jacob  
13.09.2020