Darum wollen ihn alle

Zahlen belegen: Thuram der gefährlichste Bundesliga-Angreifer

Thuram spielt eine bärenstarke Saison. Foto: Getty Images
Thuram spielt eine bärenstarke Saison. Foto: Getty Images

Die Chancen auf nennenswerte Einsatzzeiten für Titelverteidiger Frankreich bei der WM in Katar sind für Marcus Thuram mit dem Ausfall von Karim Benzema sprunghaft gestiegen. Der Angreifer von Borussia Mönchengladbach konkurriert mit Olivier Giroud und Randal Kolo Muani darum, die für den Weltfußballer eingeplanten Minuten zu übernehmen. Für Thuram spricht dabei eine bislang herausragende Bundesliga-Saison vor dem gegnerischen Tor.

Mit zehn Treffern in nur 15 Partien hat der 25-Jährige seine Bestmarke aus der Saison 2019/20 bereits egalisiert. In der Torschützenliste muss sich Thuram damit nur Christopher Nkunku von RB Leipzig beugen, liegt gleichauf mit Niclas Füllkrug von Werder Bremen. Die beiden anderen Top-Torjäger der Bundesliga haben allerdings mit verwandelten Elfmetern nachgeholfen, wohingegen der Fohlen-Stürmer nicht zu den Schützen gehört. Wie herausragend die Saison des WM-Fahrers bisher verläuft, lässt sich auch anhand der Expected-Goals-Statistik (xG) demonstrieren.

Gefährlicher als Nkunku und Füllkrug

Bei diesem Modell handelt es sich, vereinfacht dargestellt, um eine Berechnung der Torwahrscheinlichkeit für jeden Abschluss anhand verschiedener Parameter, darunter die Distanz zum Kasten, die Anzahl der Abwehrspieler in der Schussbahn und die Art des Abschlusses selbst. Gemäß der Angaben des Portals FBref.com hat Thuram an den ersten 15 Spieltagen der Saison Abschlüsse im Wert von 9,4 xG gesammelt und liegt damit unter allen Bundesliga-Profis vorn. Nkunku (8,7) und Füllkrug (7,7) folgen auf den Plätzen. Auch bei diesen Angaben fließen aber Elfmeter ein. Beim sogenannten npxG-Wert (non-penalty expected goals) fallen die Strafstöße aus der Betrachtungsweise heraus.

Transfergerüchte nehmen zu

Der Vorsprung von Thuram erhöht sich dadurch deutlich. Nkunku kommt auf 6,4 npxG, Füllkrug rutscht hinter Michael Gregoritsch vom SC Freiburg (6,1) und Serge Gnabry vom FC Bayern (5,2) auf Rang fünf (5,1) ab. Will also sagen: Kein anderer Spieler ist in der laufenden Saison so torgefährlich wie Thuram. Das liegt auch daran, dass der Franzose die meisten Schüsse (56) und Schüsse aufs Tor (30) abgibt. Das gesamte Gladbacher Offensivspiel ist am Sohn von Lilian Thuram ausgerichtet, der in aktueller Verfassung auch in Katar für Furore sorgen kann. Unweigerlich würde das auch die Diskussionen um einen Blitztransfer im Januar vergrößern, mit dem Borussia Mönchengladbach immerhin noch eine Ablöse generieren würden. Zuletzt wurde dabei wieder vor allem der Name Inter Mailand genannt. Aber auch der FC Bayern soll gesteigertes Interesse an Thuram haben. Die modernen Statistiken zeigen, warum der Stürmer in aller Munde ist.

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Lars Pollmann  
20.11.2022