Franzose wurde selbst schon Opfer

Zagadou: Gegen Rassismus "wird offensichtlich noch nicht genug getan"

Zagadou wird beim Thema Rassismus ungewohnt deutlich. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images
Zagadou wird beim Thema Rassismus ungewohnt deutlich. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images

Dan-Axel Zagadou ist keineswegs als Lautsprecher bekannt. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund strahlt für gewöhnlich einen gewissen Stoizismus aus. Beim Thema Rassismus wird der Franzose aber deutlich.

Dies lässt sich schon in den sozialen Medien ablesen, etwa, indem der Juniorennationalspieler entsprechende Themen verlinkt. Diese Präsenz zeigt er nach eigener Aussage gegenüber der WAZ "zunächst mal, weil ich selbst schwarz bin. Dabei ist das eigentlich kein guter Grund: Jeder sollte Rassismus bekämpfen, unabhängig von der Hautfarbe." Es sei für ihn "schwer zu ertragen", was derzeit an vielen Orten auf der Welt geschieht. Unter anderem beschäftigte Zagadou der von Polizisten verursachte gewaltsame Tod des US-Amerikaners George Floyd, der in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus Empörung und Proteste nach sich zog.

"Immer noch Affenrufe"

Zagadou selbst wurde in seiner Heimat des Öfteren Opfer von Racial Profiling seitens der Polizei. Und auch in den Stadien Europas ist Rassismus immer noch viel zu oft gegenwärtig. In der abgelaufenen Saison gab es entsprechende Fälle auch in Deutschland. "Jeder muss sich stärker engagieren. Wenn wir immer noch Affenrufe in Stadien hören, wird offensichtlich noch nicht genug getan", so Zagadou entschieden. Der baumlange Verteidiger sieht sich dabei als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in der Pflicht und legt deshalb seine anderweitige Zurückhaltung ab.

"Jeder muss gegen Rassismus kämpfen"

"Ich kann mehr Personen erreichen und ihnen zeigen, dass bestimmte Dinge einfach nicht gehen. Aber letztlich muss jeder gegen Rassismus kämpfen, in seinem Umfeld und darüber hinaus", fordert Zagadou. Beim BVB hat er eine Reihe von Mitstreitern, die den Themenkomplex ihrerseits wiederholt ins Auge fassen. So sorgte unter anderem Jadon Sancho mit einer Trikot-Botschaft nach dem Tod von Floyd für eines der Bilder der Saison.

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Lars Pollmann  
17.08.2020