Gladbach im Dilemma

Zäher Transfermarkt: Warum Farkes Vorbereitung holprig wird

Daniel Farke bittet am Sonntag zum Trainingsauftakt. Foto: Getty Images.
Daniel Farke bittet am Sonntag zum Trainingsauftakt. Foto: Getty Images.

An Gerüchten über Neuzugänge für Borussia Mönchengladbach mangelt es nicht, dennoch warten die Fans vergeblich auf offizielle Transfermeldungen. Das Dilemma wirkt sich auch auf die Vorbereitung des neuen Trainers Daniel Farke aus.

Daniel-Kofi Kyereh, Djeidi Gamassa, Ko Itakura und Riechedly Bazoer wurden allesamt mit einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht, bisher hat aber keiner dieser vier Spieler einen Vertrag am Niederrhein unterzeichnet - und unklar ist, wer von ihnen tatsächlich verpflichtet wird. Kyereh tendiert Medienberichten zufolge zum SC Freiburg, Gamassa wird laut der Rheinischen Post nicht zu den Fohlen wechseln, während im Falle von Itakura Geduld gefragt sei (fussball.news berichtete) und um Bazoer Gerüchte über ein Engagement in Frankreich kursieren.

Das Gladbacher Transferdilemma

Die Borussia befindet sich in einem Transferdilemma. Ohne Spielerverkäufe können die Verantwortlichen nicht aktiv werden und den Kader wie erhofft umgestalten. Das wirkt sich auch auf die Vorbereitung aus, die mit dem Trainingsauftakt am kommenden Sonntag beginnen wird.

Auswirkungen auf die Vorbereitung

Keineswegs sollen alle zwölf Spieler, deren Verträge zum 30. Juni 2023 auslaufen, verkauft werden. Doch solange die Akteure, die einen Wechsel anstreben, aufgrund mangelnder Angebote weiter bei Borussia trainieren, arbeitet Cheftrainer Daniel Farke zwangsläufig mit einem Teil des Kaders zusammen, der mit Beginn der Pflichtspiele womöglich nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Auf der anderen Seite würden späte Neuzugänge wichtige Teile der Vorbereitung verpassen, weshalb sie gefordert wären, sich im Wettkampf den Rhythmus zu erarbeiten und sich an die Spielweise des neuen Trainers und des neuen Vereins zu gewöhnen - das könnte wiederum am Saisonstart wichtige Punkte kosten. 

Die Uhr tickt

Zwar befinden wir uns noch immer im Juni und das Transferfenster schließt erst im September, doch je länger sich die Transferaktivitäten hinauszögern, desto größer wird das Risiko. In diesem Hinblick sind den Verantwortlichen allerdings die Hände gebunden, solange adäquate Angebote auf sich warten lassen. Deshalb droht Farke eine holprige Vorbereitung. Wie sich diese auf den Saisonstart auswirkt, hängt auch davon ab, wie weit die Kaderplanung mit Beginn der Pflichtspiele sein wird. 

Florian Bajus  
21.06.2022