Ungewöhnlich hohes Eigenkapital

Kabus: Wirtschaftliche Stärke von Dynamo "ein zerbrechliches Glück"

Dynamo legt in der 3. Liga einen wechselhaften Start hin. Foto: Adam Pretty/Getty Images
Dynamo legt in der 3. Liga einen wechselhaften Start hin. Foto: Adam Pretty/Getty Images

Dynamo Dresden musste im Sommer den bitteren Gang in Liga drei antreten und kommt dort dem Favoritenstatus noch nicht wirklich nach. Eine Ausnahmestellung hat der Klub vermutlich in wirtschaftlicher Sicht inne, wie Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus betont.

"Für einen Fußballverein sind wir finanziell sehr gut aufgestellt. Wir haben ein Eigenkapital im zweistelligen Millionenbereich, was für einen Drittligisten, aber auch im deutschen Profi-Fußball generell äußerst ungewöhnlich ist", so der 36-Jährige gegenüber der Vereinshomepage der Sachsen. Jedoch sei der sportliche Erfolg natürlich deutlich wichtiger als die Voraussetzung der finanziellen Stärke. Und die selbst von der Coronakrise gefährdet. "Dieser Zustand ist ein äußerst zerbrechliches Glück", sagt Kabus. 

"Dann reicht das Geld noch eineinhalb Jahre"

Die Pandemie führe "knallhart vor Augen, wie schnell das Ersparte auch wieder weg sein kann". Pro Heimspiel gehe Dynamo Dresden aktuell ein Betrag von etwa 300 000 Euro verloren. Insgesamt seien die Verluste sogar noch höher. "Spielen wir weiterhin durchgehend vor 999 Zuschauern oder weniger, reicht das gesparte Geld noch rund eineinhalb Jahre", warnt Kabus deshalb. Dynamo müsse "sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen, die wir uns mühsam in den zurückliegenden Jahren erarbeitet haben". Andere Klubs haben dieses Polster nicht und weisen so einen eklatanten Nachteil gegenüber Dresden auf. Tabellarisch lässt sich das nicht ablesen, Dynamo liegt nach sieben Spieltagen auf dem neunten Platz der 3. Liga.

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Lars Pollmann  
27.10.2020