Coach von St. Pauli

Wirbel nach Derby: Hürzeler vermisst Fairplay der HSV-Bank

Walter und Co. haben auch in Richtung der Bank von St. Pauli gefeiert. Foto: Getty Images
Walter und Co. haben auch in Richtung der Bank von St. Pauli gefeiert. Foto: Getty Images

In einem denkwürdigen Stadtderby hat sich der Hamburger SV am Freitagabend mit 4:3 gegen den FC St. Pauli durchgesetzt. Die Rothosen hielten sich damit einen Verfolger im Aufstiegsrennen mutmaßlich entscheidend vom Leib, sie feierten den emotionalen Sieg beinahe so, als habe er schon die Rückkehr in die Bundesliga bedeutet. Fabian Hürzeler nahm an den Szenen nach Abpfiff Anstoß.

"Ich fand, dass es während des Spiels sehr respektvoll war, aber einige müssen sich dann schon fragen, wie man nach Abpfiff mit so einem Sieg umgeht", erklärte der Chefcoach der Gäste beim TV-Sender Sky. "Ich wurde so erzogen, immer fair und respektvoll zu sein. Zum Fußball gehört Fairplay dazu, das war hier einigen wohl nicht bewusst", klagte Hürzeler. Offenbar hatten einige Mitglieder des Trainerstabs des HSV nach Schlusspfiff aus Sicht der Kiezkicker zu sehr in Richtung des knapp geschlagenen Gegners gejubelt.

"Kann nachvollziehen, dass man emotional aufgewühlt ist"

Hürzeler wollte dabei nicht mit dem Finger auf bestimmte Personen zeigen, trug so allerdings auch nicht zur endgültigen Aufklärung des Sachverhalts bei. Die Kameras fingen den 30-Jährigen im intensiven Gespräch mit Jonas Boldt ein, der Sportchef des HSV wollte nach dem Spiel aber auch nicht so ganz mit der Sprache herausrücken. "Ich kann es nachvollziehen, dass man emotional aufgewühlt ist, wenn man Spiele verliert. Ich habe etwas für ihn übrig. Fabian ist ein großes Trainertalent", zitiert das Hamburger Abendblatt den HSV-Vorstand. "Ich habe ihn in der U13 bei Bayern München als Spieler erlebt. Seitdem verfolge ich seinen Weg."

Handshake verweigert

Im intensiven Zwiegespräch nach der Partie habe Boldt Hürzeler lediglich "beruhigen" wollen, um eine Eskalation zwischen den Verantwortlichen beider Teams zu vermeiden", weil jeder darauf guckt, wie die Bänke reagieren. Wir haben auch eine emotionale Bank. Vielleicht ist es mir gelungen, ihn etwas runterzufahren", so Boldt. Das allerdings war offenbar nur leidlich der Fall. Jedenfalls fiel Medienvertretern bei der Pressekonferenz weit nach Spielende den eigentlich obligatorischen Handschlag mit Tim Walter ausfallen. Es ist nicht das erste Mal, dass zwischen den beiden Übungsleitern Stunk herrscht (fussball.news berichtete).

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Lars Pollmann  
22.04.2023