Eiserne auf einem Europapokal-Platz

"Wir trauen uns mehr zu": Union-Überraschung dank Kruse

Kruse steht für den Überraschungserfolg von Union. Foto: Matthias Hangst/Getty Images
Kruse steht für den Überraschungserfolg von Union. Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Die spielerische Weiterentwicklung von Union Berlin in der neuen Saison ist atemberaubend. Waren die Eisernen als Aufsteiger in der Vorsaison noch für vertikales, auf Physis ausgelegtes Spiel bekannt, sind sie heuer eine Mannschaft, die fein zu kombinieren weiß. Die Verpflichtung von Max Kruse ist fraglos ein Schlüssel-Element.

"Wir trauen uns teilweise mehr zu, Fußball zu spielen, selbst wenn es nicht so viel Freiraum gibt", sagt etwa Robert Andrich gegenüber Sport Bild. "Max tut uns richtig gut, weil er die Räume gut besetzt", so der Mittelfeldmann. Das Magazin liefert allerhand Statistiken, die die Entwicklung von Union unterstreichen. Die Berliner haben deutlich mehr Ballbesitz, sind weniger abhängig von Standardsituationen und vertrauen häufiger auf kurze Pässe.

Kruse ersetzt Andersson

Kruse alleine dafür verantwortlich zu machen, wäre zuviel gesagt. Wohl aber steht der Ex-Nationalspieler für die größte Veränderung, da er nominell Sebastian Andersson ersetze. Der nun beim 1.FC Köln aktive Schwede ist ein starker Wandstürmer, den Union mit langen Bällen fütterte. Kruse hingegen bewegt sich zwischen den Räumen, lässt sich fallen und ist als Vorlagengeber noch effektiver denn als Torschütze. 

Fischer bremst

Momentan springt so für den vermeintlich kleineren der beiden Hauptstadtklubs in der Bundesliga ein Europapokal-Platz heraus. Den würde freilich niemand bei Union als neues Saisonziel deklarieren. Trainer Urs Fischer ist darum bemüht, die Euphorie zu bremsen. "Ich sehe Schritte nach vorne, die wir machen", zitiert das Magazin den Schweizer. Von einer Entwicklung wolle er aber erst nach einer längeren Periode sprechen: "Wenn wir nach 30 Spielen sagen: Diese Dinge haben wir besser gemacht."

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Lars Pollmann  
18.11.2020