Bayern bangt um Titel

Willkommen im Meisterschafts-Vierkampf?

In der Bundesliga könnte es bis zum 34. Spieltag spannend bleiben.
In der Bundesliga könnte es bis zum 34. Spieltag spannend bleiben. Fotomontage: Getty/fussball.news

Der FC Bayern bekommt Konkurrenz um den Meistertitel, RB Leipzig meldet Ansprüche auf Platz eins an. Können auch Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg noch ins Titelrennen eingreifen?

Borussia Dortmund hat in dieser Saison nichts mehr mit dem Titelkampf zu tun. Hans-Joachim Watzke ließ jedoch via Sport1 sinngemäß verlauten, dass seine Borussen entweder noch Frankfurt oder Wolfsburg aus den Top Vier der Bundesliga-Tabelle verdrängen, um sich für die Champions League zu qualifizieren. "Es sind sechs Punkte auf Frankfurt und Wolfsburg. Eines der beiden Teams müssen wir am Ende hinter uns lassen. Es ist sicherlich gut, dass wir im direkten Vergleich noch auf beide Mannschaften treffen. Für uns ist also nach wie vor noch alles drin", bließ der Dortmunder Boss zum Angriff. Wenn sich Watzke da mal nicht täuscht....

Nur zwei Niederlagen

Denn: Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg sind die Teams der Stunde, sie verzeichnen derzeit auch die wenigsten Niederlagen unter allen Bundesligateams (2). Eintracht-Trainer Adi Hütter warnte zudem auf Nachfrage von fussball.news die Konkurrenten: "Vielleicht verlieren wir diese Saison gar kein Spiel mehr." Dortmund hat dagegen schon acht Pleiten auf dem Konto - und bis zum Saisonende dürfte das Niederlagen-Konto der Borussen zweistellig anlaufen. Seit der Saison 2016/17 kam nur einmal ein Team mit zehn Saisonniederlagen plus X in die Champions League: Bayer Leverkusen (2018/19).

Taktisch überragende Trainer aus Österreich

Doch Frankfurt und Wolfsburg sind nicht nur aufgrund ihrer gefühlten Unbesiegbarkeit im Kommen. Beide Teams haben österreichische Trainer engagiert, die ein hohes taktisches Verständnis besitzen. Ihre Skills nutzen Adi Hütter und Oliver Glasner erfolgreich für mutige Systemumstellungen während der Saison, als auch für das In-Game-Coaching während einer Partie. Hinzu kommt die enorme mannschaftliche Geschlossenheit beider Teams.

Keine Dreifach-Belastung

Außerdem: Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg haben kaum verletzte Spieler zu beklagen und besitzen keine Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup. Beide Teams haben womöglich die nötigen Körner, um im Schlussspurt müde wirkenden Bayern den Titel noch abzujagen, auch wenn derzeit die Münchner noch ein Sieben-Punkte-Polster auf beide Verfolger besitzen. Wolfsburg ist übrigens eine erfolgreiche Titeljagd bereits 2009 in ähnlicher Weise gelungen.

Leipzig stellt beste Defensive der Bundesliga

Der ärgste Konkurrent um Platz eins dürfte für den FC Bayern aber ohne Zweifel RB Leipzig sein. Früher ließen die Bayern ihre Rivalen um die Meisterschaft gerne wissen, dass nicht der beste Angriff, sondern die beste Abwehr die Titel holt. Mit nur 18 Gegentreffern verfügt Leipzig über die beste Defensive der Liga, während die Bayern 31 Gegentore verzeichnen. Nur zehn Teams ließen in der aktuellen Bundesligasaison noch mehr Treffer zu. "Wir spielen vorne mit. Wir wollen dran bleiben", schickte Leipzigs Leader Marcel Sabitzer nach dem 3:0-Sieg in Berlin denn auch eine Kampfansage Richtung München. Leipzig hat in der Tabelle nur noch zwei Zähler Rückstand auf die Münchner und empfängt den Rekordmeister noch zu Hause in der Red-Bull-Arena. Scheiden die Leipziger zeitnah in der Champions League aus - das Achtelfinal-Hinspiel gegen Liverpool wurde mit 0:2 verloren - dürfte die volle Konzentration der Sachsen dem Titelkampf in der Bundesliga gelten.

"Wir nehmen den Fight in der Bundesliga natürlich gerne an und freuen uns, dass es mit den vier Teams in der Spitze zu einem engen Kampf kommt", kommentierte zuletzt Leipzig-Stürmer Yussuf Poulsen. Ein Vierkampf um die Meisterschaft? Es wäre jedenfalls ein Genuss für den neutralen Fußballfan.

Profile picture for user Daniel Michel
Daniel Michel  
22.02.2021